Sie sind hier: Home > Politik >

Moorbrand nun Fall für die Justiz: Kritik an Bundeswehr

Meppen  

Moorbrand nun Fall für die Justiz: Kritik an Bundeswehr

20.09.2018, 10:17 Uhr | dpa

Moorbrand nun Fall für die Justiz: Kritik an Bundeswehr. Rauchwolken steigen auf und verdunkeln den Himmel

Rauchwolken steigen auf und verdunkeln den Himmel. Foto: Stephan Konjer (Quelle: dpa)

Der durch Raketentests der Bundeswehr ausgelöste großflächige Moorbrand in Niedersachsen beschäftigt nun auch die Justiz. Die Staatsanwaltschaft Osnabrück leitete ein Ermittlungsverfahren ein. "Da kommen Branddelikte in Betracht, insbesondere die Brandstiftung und möglicherweise auch Umweltdelikte, wenn besonders geschützte Gebiete wie Naturschutzgebiete betroffen sind", sagte Behördensprecher Alexander Retemeyer. Auf dem für die Bevölkerung gesperrten Gebiet bei Meppen brennt es seit Anfang September, nachdem von einem Bundeswehr-Hubschrauber Raketen abgefeuert wurden.

Anfangs versuchte die Feuerwehr die Flammen auch aus der Luft zu löschen, doch der Brand breitete sich unterirdisch aus. Eine Fläche von mehr als 1000 Fußballfeldern ist betroffen. In Teilen des Gebietes sei der Brand inzwischen eingedämmt, in anderen nicht, sagte ein Bundeswehrsprecher. Insgesamt sei das Feuer unter Kontrolle. "Der Brand kann sich nicht weiter ausbreiten."

Am Donnerstag waren rund 1000 Einsatzkräfte vor Ort, darunter Feuerwehrleute der Bundeswehr, zivile Feuerwehren und das Technische Hilfswerk. "Größtenteils brennt es unterirdisch, also im Moor selbst", sagte der Sprecher. Erschwert wird der Löscheinsatz, weil in dem seit 1876 als Übungsgelände genutzten Moor Munitionsreste vermutet werden. Aus Sicherheitsgründen können die Feuerwehrleute das Moorgelände nicht überall betreten.

Dass der Brand von der Bundeswehr verursacht wurde, stößt bei vielen Menschen auf Unverständnis. "Die Übungen der Bundeswehr im Moorgebiet mit Raketen und sonstiger Munition müssen ab sofort eingestellt werden", forderte Landtagsvizepräsidentin Meta Janssen-Kucz (Grüne). "Der Schutz von Mensch und Natur im Nordwesten hat absoluten Vorrang." Die Bundeswehr müsse lückenlos und regelmäßig über den Stand der Löscharbeiten, über vorhandene Munitionsreste und die davon ausgehenden Gefahren informieren.

Auch die CDU-Fraktion im Landtag verlangte Aufklärung. "Ich erwarte von der Bundeswehr, dass sie erklärt, warum überhaupt bei der extremen Trockenheit mit Raketen geübt wurde und ob alle Sicherheitsvorschriften eingehalten wurden", sagte Fraktionschef Dirk Toepffer. Die Menschen müssten umfassend über mögliche Gefahren durch die Rauchentwicklung informiert werden. "Hier darf nichts verharmlost werden."

Um unterirdische Glutnester zu löschen, pumpen die Einsatzkräfte Wassermassen in den Boden. "Es wurden Kanäle gegraben und bestehende Kanäle mit Wasser gefüllt", erklärte der Bundeswehrsprecher. Um ein Ausbreiten des Brandes zu verhindern, wurde das Gebiet unter anderem mit großen Wasserschläuchen abgeriegelt. Zudem wurden Waldschneisen geschlagen, Büsche und Gehölz zerkleinert. So soll verhindert werden, dass sich der Brand durch Funkenflug erneut ausbreiten kann.

Für Freitag kündigte der Deutsche Wetterdienst (DWD) höhere Windstärken an, die den Brand weiter anfachen könnten. "Eine Kaltfront wird über das Gebiet ziehen", sagte DWD-Meteorologe Markus Eifried. "Dort sind Sturmböen von rund 75 Stundenkilometern möglich."

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail


shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Telekom Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2018