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Leipziger Weltklimarat-Gutachter kritisiert Landesregierung

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Leipziger Weltklimarat-Gutachter kritisiert Landesregierung

09.10.2018, 17:16 Uhr | dpa

Leipziger Weltklimarat-Gutachter kritisiert Landesregierung. Kohlekraftwerk und Windräder

Ein Kohlekraftwerk und Windräder. Foto: Julian Stratenschulte/Archiv (Quelle: dpa)

Ein Gutachter des Weltklimarats aus Sachsen hat die Landesregierung für ihre Haltung beim Klimaschutz kritisiert. "Sachsen steht beim Klimaschutz auf der Bremse", sagte der Leipziger Wissenschaftler Felix Ekardt am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Nach der Veröffentlichung des Klimarat-Berichts am Vortag, forderten auch die Grünen von der Landesregierung einen stärkeren Einsatz für den Klimaschutz. Das Wirtschaftsministerium in Dresden verwies unterdessen auf die laufende Arbeit der Braunkohlekommission.

Mit der Veröffentlichung des Sonderberichts hatten Wissenschaftler des Weltklimarats IPCC am Montag weltweit zu einem raschen Handeln gedrängt, um die Erderwärmung bei 1,5 Grad Celsius zu stoppen. Ekardt, Leipziger Nachhaltigkeitsforscher und Vorsitzender des BUND Sachsen, war einer der tausenden Forscher, die einen Kommentar für den Bericht geschrieben hatten. Speziell für Sachsen fordert der 46-Jährige konsequentere Einschnitte bei der Energiegewinnung mit Braunkohle. "Es ist schon eine Frage, ob man als Landesregierung den Ausbau der Grube Nochten genehmigen muss."

Gleichzeitig betote Ekardt: "Rein auf Landesebene kann man nicht komplett die Energieträger wechseln." Nach der Veröffentlichung des Berichts des Weltklimarats wünscht er sich deshalb von der Landesregierung in Dresden, Druck auf die Bundesregierung und auf EU-Ebene auszuüben. "Die rechtsverbindliche 1,5-Grad-Grenze aus dem Paris-Abkommen zwingt auch in der EU zu null fossilen Brennstoffen in 20 Jahren."

Die Grünen warfen der Landesregierung vor, sich "vor der Realität zu verstecken". Ihr Landesvorstandssprecher Norman Volger erklärte, das Land brauche "ein wirksames Klimaschutzgesetz". Dieses müsse unter anderem den Ausstieg aus der Braunkohle, den Ausbau der erneuerbaren Energien und die Senkung des Flächenverbrauchs in Sachsen vorsehen. "Wenn die Welt nicht noch weiter aus den Fugen geraten soll, müssen wir jetzt anfangen, etwas zu ändern, bevor es komplett zu spät ist."

Das Wirtschaftsministerium verwies auf die von der Bundesregierung eingesetzte Kohlekommission. Wichtig sei, dass bei Energiefragen Versorgungssicherheit, Umweltverträglichkeit und die Bezahlbarkeit von Strom gleichermaßen betrachtet würden, sagte ein Sprecher. Insbesondere wegen des Atomausstiegs müssten Energieträger aus Kohle und Gas auf absehbare Zeit eine wichtige Rolle im Energiemix spielen.

Der Weltklimarat der Vereinten Nationen hatte am Montag in einem Sonderbericht rasches Handeln gefordert, um die Erderwärmung zu begrenzen. Der Appell der Wissenschaftler war weltweit als "Weckruf" gewertet worden. Die Autoren des Berichts hatten angemahnt, dass eine Erderwärmung um zwei Grad die Lebensgrundlagen für Hunderte Millionen Menschen stark bedrohen würde.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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