Sie sind hier: Home > Politik >

Nacherleben eines Abenteuers: Kunstmuseum Marburg eröffnet

Marburg  

Nacherleben eines Abenteuers: Kunstmuseum Marburg eröffnet

15.10.2018, 05:49 Uhr | dpa

Nacherleben eines Abenteuers: Kunstmuseum Marburg eröffnet. Kunstmuseum Marburg

Der Eingang des Kunstmuseums Marburg, das nach jahrelanger Sanierung vor der Wiedereröffnung steht. Foto: Thomas Scheidt (Quelle: dpa)

Die Zeitreise beginnt schon vor der Tür. Fantasievolle Art-Déco-Elemente springen aus den Wandnischen hervor und setzen sich kontrastreich von der ockerfarbenen Fassade des neoklassizistischen Bauwerks ab. Im Inneren strahlen die Wände so weiß wie am ersten Tag, dunkler Marmor und glänzendes Messing atmen den Geist der 1920er-Jahre. Nach rund siebenjähriger Sanierung wird am Dienstag (16. Oktober) das Kunstmuseum Marburg mit einem großen Festakt wiedereröffnet.

Zu sehen sind dort künftig vor allem Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen des 20. Jahrhunderts. Originale von Paul Klee, Käthe Kollwitz, Wassily Kandinsky oder Ernst Ludwig Kirchner sind darunter, auch eine komplette Sammlung zur Avantgarde. Bedeutende Werke, große Namen. Dabei gehört das Museum weder der Stadt noch dem Land: Es beherbergt die Kunstsammlung der Philipps-Universität Marburg. Sie hat das Haus 1927 zu ihrem 400-jährigen Bestehen eröffnet.

"Man hat eine Öffnung der akademischen Welt für das allgemeine Publikum: Eine Universität baut sich ein Haus, was insgesamt der Kunstforschung gewidmet ist - hat aber ein Museum. Das war großartig in den 20ern und ist es heute noch", schwärmt Direktor Christoph Otterbeck. Tatsächlich ist das Kunstmuseum Marburg das einzige in Hessen, in dem eine universitäre Kunstsammlung öffentlich gezeigt wird, wie Museumsberaterin Christina Reinsch vom Hessischen Museumsverband bestätigt.

Entsprechend schwierig - und langwierig - gestaltete sich die Sanierung des ehemaligen Ernst-von-Hülsen-Hauses. Denn niemand fühlte sich so richtig zuständig: Das Land Hessen bezahlte die denkmalgerechte Sanierung der Gebäudehülle. Neue Fenster, neue Fassade und ein neues Dach schlugen früheren Angaben zufolge dabei zwar mit rund fünf Millionen Euro zu Buche. Doch das Museum war damit innen noch längst nicht modernisiert.

Dazu musste die Universität selbst einspringen. Sie rief eine Spendenkampagne ins Leben - die Aktion "Kunst braucht Raum" brachte rund 1,28 Millionen Euro. Dabei kam der Hochschule zugute, dass solche Kampagnen in der Stadt an der Lahn durchaus Tradition haben: Bereits bei der Eröffnung 1927 war das "Haus für alle Künste", das zu den bedeutendsten Bildungsbauten der Weimarer Republik zählt, maßgeblich von spendenfreudigen Bürgern finanziert worden. Das Grundstück hatte damals die Stadt kostenlos zur Verfügung gestellt.

"Es ist eine schwierige Zeit gewesen", sagt Otterbeck. Doch die Mühe habe sich gelohnt. Das Haus lasse jetzt in seinem Innern wieder die ursprünglich konzipierten Wegebeziehungen erfahren. "Auch in Marburg ist damit jetzt ein Nacherleben des Abenteuers der Modernen Kunst im 20. Jahrhundert möglich", meint er. Gut 3,9 Millionen Euro hat die Innensanierung gekostet.

Inhaltlich will sich das Museum künftig neu aufstellen: Otterbeck will weg von einer klassischen Dauerausstellung, sondern will die einzelnen Werke der Sammlung künftig immer wieder neu miteinander kombinieren. "Die klassische Teilung in Dauerausstellung und Wechselausstellungen möchte ich gerne so nicht mehr aufrecht erhalten, weil dann die eigenen Bestände zu sehr in den Hintergrund geraten, die es auch verdient haben, in wechselnden Konstellationen immer wieder belebt zu werden. Es soll eine neue Art der Ausstellungen beginnen, die mit wechselnden Rhythmen arbeitet", sagt er.

Zudem werde dem Besucher jetzt erstmals in sieben Räumen die vollständige Sammlung der Marburger Tapetenfabrikantin und Unternehmerin Hilde Eitel (1915-2010) gezeigt, die sie dem Universitätsbund vermacht hat. Doch das Entscheidende ist für Otterbeck etwas anderes: "Dass die Öffentlichkeit die Kunst zurück hat, und wir haben die Besucher zurück - das ist natürlich der wichtigste Schritt."

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail


shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Magenta TV
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Telekom Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2018