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Jüdischen Gemeinden in Rheinland-Pfalz fehlt Zuwachs

Speyer  

Jüdischen Gemeinden in Rheinland-Pfalz fehlt Zuwachs

16.10.2018, 06:07 Uhr | dpa

Jüdischen Gemeinden in Rheinland-Pfalz fehlt Zuwachs. Avadislav Avadiev

Avadislav Avadiev. Foto: Fredrik von Erichsen/Archiv (Quelle: dpa)

Die jüdischen Gemeinden in Rheinland-Pfalz klagen über eine sinkende Zahl ihrer Mitglieder. Seit dem Jahr 2012 ist sie um 211 auf 3111 gesunken, wie aus einer Antwort des Wissenschaftsministeriums auf eine Anfrage der AfD-Fraktion im Landtag hervorgeht. Der Grund liegt nach Angaben des Landesverbands der Jüdischen Gemeinden und der Kultusgemeinde Rheinpfalz in einem fehlendem Zuzug nach Deutschland und dem Alter der Mitglieder. Der Landesverband umfasst fünf Kultusgemeinden: Bad Kreuznach, Koblenz, Mainz, Trier und Rheinpfalz. Die meisten Mitglieder zählt Mainz mit knapp über 1000, die wenigsten Bad Kreuznach mit rund 200.

"Es kommen immer weniger jüdische Migranten nach Deutschland", sagte Avadislav Avadiev, Vorsitzender des Landesverbandes, der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. Für die, die noch kämen oder schon in Rheinland-Pfalz lebten, gebe es kostenlosen Deutsch-Unterricht. "Wir wollen für die Integration der jüdischen Migranten Verantwortung übernehmen. Ohne die deutsche Sprache ist man hier verloren", sagte Avadiev. Ehrenamtler unterrichten mehrmals pro Woche die deutsche Sprache in Anfänger- und Fortgeschrittenenkursen. Zusätzlich findet ein Deutschkunde-Unterricht über Geschichte, Kultur und aktuelle Ereignisse statt.

Die Kultusgemeinde Rheinpfalz sieht den Rückgang der Mitglieder anderswo begründet: "Sie sind überwiegend in fortgeschrittenem Alter", sagte Geschäftsführerin Marina Nikiforova. Dazu komme der Mangel an Nachwuchs. Damit gerade die Älteren trotzdem an den Gottesdiensten teilnehmen könnten, sei ein Fahrdienst eingerichtet worden. Dabei bringen Ehrenamtler die Gemeindemitglieder nach Absprache kostenlos zu den Synagogen und wieder nach Hause. Zweimal pro Woche werden in der Kultusgemeinde Gottesdienste abgehalten: in den Synagogen in Speyer, Ludwigshafen und Kaiserslautern.

Die drei Städte Speyer, Worms und Mainz haben eine mittelalterliche jüdische Tradition, die nach den hebräischen Anfangsbuchstaben als Schum bezeichnet wird. Dabei geht es um Schin für Schpira (Speyer), Waw für Warmaisa (Worms) und Mem für Magenza (Mainz). Im Sommer 2021 soll das Welterbe-Komitee der Unesco über die Aufnahme der Schum-Städte entscheiden.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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