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Viele offene Stellen in Städten und Gemeinden im Südwesten

Stuttgart  

Viele offene Stellen in Städten und Gemeinden im Südwesten

17.10.2018, 06:53 Uhr | dpa

Baden-Württembergs Kommunen haben Probleme, offene Stellen zu besetzen. "Vor allem an der Schweizer Grenze und in den Ballungsräumen gibt es zu wenig Bewerber", sagte der Personalreferent des Gemeindetages, Harald Burkhart. So muss etwa die Stadt Karlsruhe derzeit jedes Jahr rund 500 Stellen ausschreiben, wie ein Stadtsprecher sagte. 2010 waren es noch etwa 150.

Im Stuttgarter Jugendamt waren Anfang Oktober nach Stadtangaben rund 200 Stellen unbesetzt. Freiburg hat genau wie Karlsruhe immer wieder Schwierigkeiten bei Stellenbesetzungen von Erziehern, Ingenieuren und IT-Fachspezialisten. Vor etwa zehn Jahren hatten erste Kommunen Personalprobleme, seitdem habe sich die Problematik ständig verschärft, hieß es vom Gemeindetag. Fehlende Arbeitskräfte seien mittlerweile ein flächendeckendes Thema.

Stark betroffen sind die Erziehungsberufe. Die Branche wird ausgebaut, weil seit 2013 für alle Kinder zwischen ein und drei Jahren ein Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz gilt. Die Gewerkschaften Verdi und GEW bemängeln, die Bezahlung in diesen Berufen sei ungenügend. Andreas Henke, Verdi-Sprecher für den Südwesten: "Wir haben uns für die dringend notwendige Aufwertung des Berufes eingesetzt." Eine Erzieherin in Stuttgart könne mit ihrem Gehalt eine Wohnung praktisch nicht bezahlen. Einen Fachkräftemangel in der Kinderbetreuung melden die angefragten Städte Karlsruhe und Freiburg, auch Stuttgart ist laut Verdi betroffen.

Die Kommunen sind auch auf der Suche nach Ingenieuren, besonders im Baubereich. "Da können wir bei der Bezahlung meist nicht mit der freien Wirtschaft mithalten", sagte Burkhart. Weiterhin betroffen sind Stellen von IT-Spezialisten und in Finanzverwaltungen. Bei den Informatikern sei der Markt im Allgemeinen leer gefegt, wie Freiburg mitteilte. Eine Kommune kann auch hier beim Gehalt in der Regel nicht mit einem Privatunternehmen mithalten.

Stuttgart listet neben 200 fehlenden Jugendamtsmitarbeitern noch weitere offene Stellen auf. So sind in der Landeshauptstadt über 100 Stellen im Amt für öffentliche Ordnung unbesetzt. Dort werden zum Beispiel Autos zugelassen, sowie Führerscheine, Jagdscheine und Waffenscheine ausgestellt. Aufgrund des Personalmangels müssen die Menschen hier mit längeren Wartezeiten rechnen. In Stuttgart sind auch die Branddirektion, das Schulverwaltungsamt, das Garten-, Friedhofs- und Forstamt sowie das Hochbauamt betroffen.

Generell fehlen öfter Bewerber mit Studienabschluss, hieß es vom Gemeindetag. Hier ist die Konkurrenz mit der freien Wirtschaft größer, Azubis werden oft selbst ausgebildet und würden dann in den Kommunen bleiben.

Für Verdi hat die Personalknappheit eine klare Ursache: "Als Hauptgrund sehen wir die Bezahlung", sagte der Sprecher für Baden-Württemberg, Andreas Henke. Außerdem seien die Arbeitsbedingungen bei Unterbesetzung nicht attraktiv - auch deshalb würden sich viele Arbeitnehmer für die freie Wirtschaft entscheiden. Laut Henke gibt es den Mangel an Personal in allen städtischen Bereichen.

Personalfachreferent Burkhart meint, dass man auf politischer Ebene über Gehaltserhöhungen diskutieren sollte. Allerdings wendet er ein, dass der öffentliche Dienst nicht an der Gehaltsspitze stehen soll - ein Durchschnittsverdienst sei wünschenswert und das sei in den meisten Bereichen schon der Fall. "Man gewinnt auch den Wettbewerb nicht nur über Geld", sagte Burkhart. Die Städte selbst versuchten mit alternativen Anreizen wie einer besseren Work-Life-Balance, Fortbildungsprogrammen und Jobsicherheit zu werben.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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