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Baustart für Moschee in Erfurt von Protesten begleitet

Erfurt  

Baustart für Moschee in Erfurt von Protesten begleitet

13.11.2018, 01:12 Uhr | dpa

Baustart für Moschee in Erfurt von Protesten begleitet. Grundsteinlegung von Moscheeneubau

Ahmadiyya-Gemeindesprecher Suleman Malik zeigt eine Ansicht des geplanten Moschee-Neubaus in Erfurt. Foto: arifoto UG/Archiv (Quelle: dpa)

Begleitet von Protesten ist in Erfurt symbolisch der Grundstein für einen geplanten Moschee-Bau gelegt worden. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) bedauerte eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts Weimar, die Moschee-Gegnern erlaubte, auf einer Rasenfläche unmittelbar vor dem Baugelände zu demonstrieren. "Die Religionsfreiheit und die Religionsgewährung sind wichtige Prinzipien unserer offenen Gesellschaft", sagte Ramelow während der Grundsteinlegung im Erfurter Ortsteil Marbach am Dienstag. Anfeindungen gegen den Sprecher der Thüringer Ahmadiyya-Gemeinde, Suleman Malik, machten ihn jedoch betroffen.

"Als Erfurter Bürger bin ich betroffen, wenn ich höre und mir habe erzählen lassen müssen, was Herr Malik stellvertretend für die Ahmadiyya-Gemeinde hat aushalten müssen und was sich an diesem Bauplatz abgespielt hat", sagte Ramelow.

In der Vergangenheit war es zu teils heftigen Protestaktionen gegen den geplanten Moschee-Bau gekommen. Im vergangenen Jahr hatten Gegner des Projekts in der Nähe des Baugeländes große Holzkreuze und Holzspieße mit Schweinekadavern aufgestellt. Im September diesen Jahres zogen teils Maskierte durch die Straßen des Ortsteils und hielten vor dem Haus Erfurter Stadträtin und Landtagsabgeordneten Astrid Rothe-Beinlich (Grüne), die sich dadurch bedroht fühlte.

Ramelow bezeichnete diesen Vorfall als Einschüchterungsversuch, die Aktion mit den Holzkreuzen als einen "Missbrauch des Kreuzsymbols". Ramelow ist selbst evangelischer Christ.

Zur Grundsteinlegung nun versammelten sich nach Polizei-Angaben 80 Menschen vor dem Bauplatz, um gegen die Moschee zu demonstrieren. Ihnen gegenüber standen rund 40 Menschen, die den Bau der Moschee befürworten.

"Es gilt, hier die Religionsfreiheit und den Rechtsstaat zu verteidigen", sagte die Grünen-Politikerin Rothe-Beinlich. Dabei spiele es keine Rolle, ob man der Ahmadiyya-Religionsgemeinschaft kritisch gegenüber stehe. Sie selbst sehe etwa deren Positionen in Bezug zu Frauenrechten kritisch. Während der Grundsteinlegung gab es für muslimische Männer und Frauen getrennte Zelte. Die Ahmadiyya-Gemeinde hat in Thüringen etwa 100 Mitglieder.

Ramelow sagte, der Staat müsse garantieren, dass jeder, der seine Religion friedlich leben wolle, dies auch tun könne. Allerdings müsse man auch miteinander reden, wenn Religion missbraucht werde. "Wir dürfen Antisemitismus nicht weiter wachsen lassen", sagte Ramelow. Dabei sei egal, ob der Antisemitismus von Linksradikalen, Rechtsradikalen oder Muslimen komme. Bei der Grundsteinlegung der geplanten Moschee waren unter anderen Vertreter der jüdischen Landesgemeinde Thüringen, der katholischen und evangelischen Kirche sowie mehrerer Parteien anwesend.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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