Sie sind hier: Home > Politik >

Schmerzensgeld für Organspender? BGH vor schwierigen Fragen

Karlsruhe  

Schmerzensgeld für Organspender? BGH vor schwierigen Fragen

13.11.2018, 06:14 Uhr | dpa

Schmerzensgeld für Organspender? BGH vor schwierigen Fragen. Bronzestatue der Justitia

Eine Bronzestatue der Justitia steht in Frankfurt am Main. Foto: Arne Dedert/Archiv (Quelle: dpa)

Beinahe jede dritte transplantierte Niere stammt derzeit von einem Angehörigen oder nahen Freund - die schwierige Frage, welche Rechte dieser Lebendspender bei gesundheitlichen Beeinträchtigungen hat, muss jetzt der Karlsruher Bundesgerichtshof (BGH) beantworten. Dort wurden am Dienstag die Klagen zweier Organspender aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen gegen die Uniklinik Essen und Ärzte verhandelt. Sie fordern Schmerzensgeld und Schadenersatz, weil sie formal und inhaltlich nicht ordnungsgemäß über die Risiken des Eingriffs aufgeklärt wurden.

Die Kläger hatten der Ehefrau beziehungsweise dem Vater eine Niere gespendet. Seither leiden sie nach eigener Darstellung an Niereninsuffizienz und chronischer Erschöpfung. In beiden Fällen steht fest, dass beim Aufklärungsgespräch der vorgeschriebene neutrale Arzt fehlte. Es wurden auch nicht alle damals bekannten Transplantationsrisiken erwähnt. Trotzdem hatten die Klagen bisher keinen Erfolg: Die Gerichte der Vorinstanzen kamen zu dem Schluss, dass beide auch in Kenntnis sämtlicher Risiken auf jeden Fall gespendet hätten. Das nennt sich "hypothetische Einwilligung".

"Wenn ich mich ebenso verhalten hätte, dann habe ich keinen Schaden", argumentierte der BGH-Anwalt des Transplantationszentrums. Es müsse sichergestellt sein, dass kein Spender die Aufklärungsmängel im Nachhinein missbrauche, um die Klinik haftbar zu machen.

Der BGH-Anwalt der Kläger schilderte die "emotional hochbelastete Situation" der Betroffenen. Viele Fälle landeten gar nicht erst vor Gericht, weil der Spender seinem Empfänger die Aussage nicht antun wolle, er würde rückblickend anders entscheiden. Außerdem müsse auch berücksichtigt werden, ob der Empfänger die Organspende angesichts der Risiken für seinen Spender überhaupt noch gewollt hätte.

Ihr Urteil wollen die Richter an einem späteren Termin verkünden. Das Datum stand zunächst nicht fest. (Az. VI ZR 318/17 u.a.)

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail


shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Magenta TV
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Magenta Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2019