Sie sind hier: Home > Politik > Tagesanbruch >

Coronavirus: In jeder Krise steckt eine Chance

MEINUNGTagesanbruch am Wochenende  

In jeder Krise steckt eine Chance

28.03.2020, 07:00 Uhr
Coronavirus: In jeder Krise steckt eine Chance. Schulkind Viola aus Bayern bekommt wegen der Corona-Pandemie Unterricht zu Hause. (Quelle: imago images)

Schulkind Viola aus Bayern bekommt wegen der Corona-Pandemie Unterricht zu Hause. (Quelle: imago images)

Jeden Morgen wissen,
was wichtig ist.

*Datenschutzhinweis

Der Newsletter von Chefredakteur Florian Harms

Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer,

jeder hat ja seine eigene Methode, mit der Krise umzugehen. Der eine steckt den Kopf in den Sand, der andere gibt erst recht richtig Gas. Die eine geht in Sack und Asche, die andere nimmt die Herausforderung sportlich. Sie werden ahnen, was ich besser finde. In jeder Krise steckt auch eine Chance. Für unsere Gesellschaft, die ihre hektischen, mitunter schroffen Rituale überprüfen kann. Für die Wirtschaft, die die Schattenseiten der Globalisierung nun viel deutlicher sieht. Für die Politik, die den Lautsprechermodus mal durch den Anpackmodus ersetzt. Und natürlich auch für jeden Einzelnen von uns in seinem Zuhause. Vielleicht kommen wir uns in der Familie, in der Verwandtschaft und im Freundeskreis wieder näher, vielleicht entdecken wir die Schönheit des beginnenden Frühlings, vielleicht finden wir zu ungeahnter Kreativität.

So wie Tagesanbruch-Leserin Monika Parche, die mir schrieb:

"Danke für Ihre Arbeit. Jeden Tag freue ich mich und bin gespannt auf Ihre Beiträge. Sie bereichern meinen Tag und lassen mich immer mal innehalten, nachdenken oder weiterforschen. Corona erlebt jeder anders, und damit hat diese Krise unzählige Gesichter und Blickwinkel. Es lohnt sich immer, in die Breite und Tiefe zu gucken. Nur kurz unser Blick: Als Mitarbeiterin einer geschlossenen Kita bin ich mit unseren drei Jungs (11, 13, 15) zu Hause, während mein Mann weiter seine Pflegeheime leitet und sich um die Bewohner sorgt. Home-Schooling bestimmt unseren Morgen. Wir haben eine feste Struktur für uns gefunden, das hilft uns, Gewohnheit in Abläufe zu bringen:

9-12 Uhr ist Schule auf allen Kanälen und immer wieder über neue Programme (Gedichte werden per Tonaufnahme der Lehrerin geschickt). Nach dem Mittagessen ist Medienzeit für die Jungs und Haushalt für mich, danach die Bewegungseinheit mit Hund: Geocaching im Wald. Nach dem Abendessen gibt es Familienturnen mit einer Fitness-App im Wohnzimmer und dann Film oder Spiel. In den übrigen Zeitfenstern haben die Jungs und ich angefangen, Behelfsmundschutz für die Mitarbeiter im Pflegeheim zu nähen – es gibt nämlich zu wenige, und alles ist besser als nix. Der Extra-Tisch im Wohnzimmer liegt voller Schulsachen und Nähzeug. Wir sind dankbar für unsere Gesundheit und unsere Jobs, wir hoffen für die Zukunft das Beste und bemühen uns um Aktivität und Humor."

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich finde diese Zeilen erfrischend. Ebenso wie die E-Mail des Tagesanbruch-Lesers Ralf Tarin, der mir ein selbstverfasstes Gedicht geschickt hat:

Corona verein(sam)t?

Ein hehres Ziel wird grad erreicht,
die Welt vereint, war doch ganz leicht!
Die Menschen? Nein, die schafftens nie,
ein Virus führte die Regie.

Das Leben wird zur Zeit re-settet,
damit die Menschheit wird gerettet.
Nicht Nähe und die eignen Triebe,
der Abstand wird zur Nächstenliebe.

Die Schulen sind schon lange dicht,
Friday for Future braucht man nicht,
weil Autos von den Straßen weichen,
das Klimaziel ist zu erreichen!

Der Fisch hat wieder Lust zu schwimmen,
das Fangschiff liegt im Hafen drinnen,
kein Düsenjet und auch kein Schrauber,
der Himmel klar, die Luft ist sauber.

Weil Mann und Frau sind isoliert,
das Folgende vielleicht passiert:
Es merkt sogar ein (Ehe)Mann,
dass er mit ihr auch sprechen kann?

Deine süßen liebsten Kleinen,
die schreien, lachen, toben, weinen,
und zwanzig Stunden um dich rennen,
lernst du jetzt auch mal richtig kennen!

Nur mancher glaubt, er wird nicht krank,
ist reichlich Klopapier im Schrank.
Ihm sag ich jetzt mal ziemlich barsch:
Was du da machst, ist für den A…!

Herrlich, oder? So, und über alles Weitere sprechen mein Kollege Marc Krüger und ich in unserem heutigen Podcast. Bitte klicken Sie hier und schenken Sie uns mindestens ein Ohr:

Aktuelle Ausgabe anhören!

Apropos: Den Audio-Tagesanbruch mit dem Leitartikel und der Themenübersicht über den Tag sowie dem Corona-Update "Tonspur Wissen" finden Sie jeden Morgen ab 6 Uhr auf t-online.de/tagesanbruch oder zum Abonnieren bei SpotifyApple PodcastsDeezerGoogle Podcasts sowie auf den Sprachassistenten von Amazon und Google. Alles kostenlos.

So, und zum Abschluss spendiere ich Ihnen heute noch ein Schmankerl: Bitte klicken Sie hier und scrollen Sie dann nach unten.

Ich wünsche Ihnen ein fröhliches Wochenende. Bleiben Sie gesund und zuversichtlich! Am Montag schreibt mein Kollege Peter Schink den Tagesanbruch, mich lesen Sie am Dienstag wieder. Herzliche Grüße, 

Ihr

Florian Harms
Chefredakteur t-online.de
E-Mail: t-online-newsletter@stroeer.de

Mit Material von dpa.

Den täglichen Newsletter von Florian Harms hier abonnieren.

Alle Tagesanbruch-Ausgaben finden Sie hier.
Alle Nachrichten lesen Sie hier.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail


shopping-portal