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Putin, Kim Jong-un & Co.: Die perfiden Pläne im Schatten der Corona-Krise

MEINUNGTagesanbruch am Wochenende  

Perfide Pläne im Schatten der Corona-Krise

04.04.2020, 11:42 Uhr
Putin, Kim Jong-un & Co.: Die perfiden Pläne im Schatten der Corona-Krise. Russlands Verteidigungsminister Sergej Shoigu bei einem Strategietreffen mit Syriens Menschenschinder Baschar al-Assad vergangene Woche in Damaskus. (Quelle: imago images)

Russlands Verteidigungsminister Sergej Shoigu bei einem Strategietreffen mit Syriens Menschenschinder Baschar al-Assad vergangene Woche in Damaskus. (Quelle: imago images)

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Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer, 

Corona, Corona, Corona: Das Virus ist allgegenwärtig – in unserem Alltag, in der Regierungsarbeit, in den Medien. Angesichts der gesundheitlichen und wirtschaftlichen Bedrohung ist das verständlich, aber wir müssen aufpassen, dass wir über der Beschäftigung mit Infiziertenzahlen, Schutzmasken-Diskussionen und Antikörpertests nicht übersehen, was abseits der Schlagzeilen vor sich geht. Es ist ja nicht so, dass die Welt stehen bleibt, nur weil fast alle zu Hause bleiben. Im Gegenteil: Manche nutzen die Corona-Krise aus, um in deren Windschatten ihre arglistigen Pläne voranzutreiben.

In der syrischen Rebellenenklave Idlib droht ein Massensterben, rund drei Millionen Menschen sind nicht nur dem Coronavirus ungeschützt ausgeliefert, sondern auch der Zermürbungstaktik Assads und der Russen

In Libyen sind die Kämpfe wieder aufgeflammt, Rebellengeneral Haftar plant, in einer Entscheidungsschlacht die Hauptstadt Tripolis zu erobern.

Donald Trump hat Kriegsschiffe und Überwachungsflugzeuge Richtung Venezuela geschickt. Offiziell sollen sie den Drogenschmuggel bekämpfen, inoffiziell könnten sie den Sturz von Präsident Maduro anbahnen.

Russlands Präsident Putin veranstaltet ein Manöver im westlichen Militärdistrikt und schickt russische Kriegsschiffe in die Nordsee. Nato-Aufklärer beobachten "bedeutsame militärische Aktivitäten" nahe der Grenzen.

Und Nordkoreas Diktator testet wieder Raketen: Kim Jong-un hat die Atomgespräche mit Washington auf Eis gelegt und kündigt eine "neue strategische Waffe" an.

All das wäre schon in normalen Zeiten beunruhigend, aber in Krisenzeiten wie jetzt ist es das erst recht. Mit jedem Tag, an dem das Virus die internationale Politik lähmt, wächst die Gefahr, dass skrupellose Politiker die Kräfteverhältnisse gewaltsam zu ihren Gunsten verändern. Auch bei der Nato, der EU, den Vereinten Nationen drehen sich fast alle Aktivitäten um den Kampf gegen Corona. Dieser Ausnahmezustand darf nicht allzu lange anhalten.

Umso wichtiger ist es, dass stabile, demokratische, auf Multilateralismus bauende Staaten wie Deutschland möglichst rasch mit der Bedrohung fertig werden – damit sie sich anschließend wieder für den Ausgleich und eine friedliche Welt einsetzen können. Daher ist es gut, dass nicht nur möglichst alle Bürger die Kontaktsperre solange wie nötig befolgen, sondern dass nun auch konkrete Pläne entworfen werden, wie wir in unseren Alltag zurückkehren können, sobald dies medizinisch vertretbar ist. 14 Mediziner und Ökonomen haben am Freitag einen ersten Vorschlag unterbreitet: Sie plädieren für einen schrittweisen Abbau der Beschränkungen – zunächst in wirtschaftlich und gesellschaftlich besonders relevanten Bereichen. Auch Regionen mit niedrigen Infektionsraten und vielen freien Krankenhausbetten könnten die Regeln absehbar lockern. Wie gesagt: Wenn es medizinisch zu rechtfertigen ist.

Ja, wir stecken noch mittendrin in der Corona-Krise, aber wir stecken auch mittendrin in der Debatte, wie es anschließend weitergeht. Über die aktuelle Lage in Deutschland, Europa und der Welt sprechen mein Kollege Marc Krüger und ich in unserem heutigen Podcast, den ich Ihnen besonders ans Herz lege. Bitte klicken Sie hier und schenken Sie uns ein paar Minuten Ihr Gehör:

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Ich wünsche Ihnen ein entspanntes Wochenende. Bitte bleiben Sie gesund. Am Montag schreibt mein Kollege Luis Reiß den Tagesanbruch, mich lesen Sie am Dienstag wieder. Herzliche Grüße, 

Ihr

Florian Harms
Chefredakteur t-online.de
E-Mail: t-online-newsletter@stroeer.de

Mit Material von dpa.

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