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US-Wahlen 2020: Trumps Feldzug gegen die Demokratie

MEINUNGWas heute wichtig ist  

Trumps Feldzug gegen die Demokratie

14.11.2020, 08:12 Uhr
US-Wahlen 2020: Trumps Feldzug gegen die Demokratie. Donald Trump: Die Kritik an seinen Angriffen auf die Demokratie darf nicht aufhören. (Quelle: Reuters/Carlos Barria)

Donald Trump: Die Kritik an seinen Angriffen auf die Demokratie darf nicht aufhören. (Quelle: Carlos Barria/Reuters)

Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer,

den größten Teil unseres Lebens verbringen wir zu Hause, aber wie schön die Welt wirklich ist, erfahren wir ja oft erst in der Ferne. Und manche Länder sind so vielfältig, dass sie uns wie eine eigene Welt erscheinen. In New York sauste ich hinauf in die oberen Etagen des Empire State Buildings. Dort arbeitete mein Bekannter Chris im Büro einer Digitalfirma, die irgendetwas Wildes mit Daten machte, ich habe nur die Hälfte verstanden. Aber als Chris mich auf die Aussichtsplattform mitnahm und mir den Dschungel aus Wolkenkratzern von oben zeigte, die Straßenschluchten, die glitzernden Fassaden und den majestätischen East River, da war ich überwältigt.

In Austin, Texas, schlenderte ich gemeinsam mit meinem Kollegen Matthias an einem warmen Frühlingsabend über die Main Street, aus unzähligen Bars schallte uns Livemusik entgegen und verwob sich zu einem brausenden Klangteppich. "Cool, oder?", fragte Matthias. "Sehr, sehr cool", hauchte ich und bestellte noch ein Zilker Beer.

In San Francisco holte mich mein lieber Freund Mohammad mit seinem Wagen ab, und wir fuhren nach Monterey. Den Pazifik angucken. Wir rollten an unendlichen Feldern, saftigen Nadelholzwäldern und grünen Hügeln vorbei, bogen auf die Küstenstraße ein – und dann lag er dort vor meinen staunenden Augen, erhaben, wild, unbesiegbar: der größte Ozean auf Erden.

Die Küstenstraße südlich von Monterey in Kalifornien ist eine der schönsten Routen in den USA. (Quelle: imago images)Die Küstenstraße südlich von Monterey in Kalifornien ist eine der schönsten Routen in den USA. (Quelle: imago images)

Amerika ist ein wunderschönes Land, und man trifft dort so viele liebenswürdige, hilfsbereite, tolerante Menschen. Daran muss man in diesen Tagen gelegentlich erinnern, wo der andere Mensch im Weißen Haus für so viele üble Schlagzeilen sorgt. Einige Leserinnen und Leser wünschen sich, dass wir Redakteure doch jetzt bitteschön endlich mal mit der permanenten Kritik an Herrn Trump aufhören sollen. Aber wer seinen Beruf als Journalist ernst nimmt, kann nicht aufhören, über dramatische Ereignisse zu berichten und – in Meinungsbeiträgen – Angriffe auf die Demokratie anzuprangern. Das ist eben die Ambivalenz unserer Welt: Schönheit und Hass, Warmherzigkeit und Skrupellosigkeit liegen oft nah beieinander. 

Das Drama des Regierungswechsels in den USA dürfte uns noch einige Zeit beschäftigen, und danach werden wir sehen, wie sich Herr Biden und Frau Harris in den mächtigsten Ämtern der Welt schlagen. Erste Verlautbarungen des neu gewählten Präsidenten klingen vielversprechend, aber am Ende zählen die Taten, und da werden wir natürlich ebenfalls genau hinschauen.

Vorher aber reden wir über die aktuelle Lage, und zwar in unserem heutigen Tagesanbruch-Podcast. Moderator Marc Krüger hat unseren Reporter Johannes Bebermeier, der sich gerade in Washington aufhält, und mich zu den jüngsten Entwicklungen befragt. Ich denke, wir können einiges erklären. Bitte hören Sie hinein:

Wenn Sie uns Ihre Meinung mitteilen möchten, erreichen Sie uns per E-Mail sowie auf SpotifyApple PodcastsDeezerGoogle Podcasts oder den Sprachassistenten von Amazon und Google.

Da wir uns heute so intensiv mit den USA befassen, bekommen Sie einen uramerikanischen Musiktipp. Na ja, zumindest urig aus der Popkultur: Die Songs der Blues-Rock-Band Canned Heat sind der perfekte Sound, um gut gelaunt in dieses Herbstwochenende zu grooven. Vor allem dieser hier, den man übrigens bis heute auch auf der Main Street in Austin hört.

Ich wünsche Ihnen ein beschwingtes Wochenende. Am Montag schreibt Daniel Fersch den Tagesanbruch, am Dienstag Sven Böll. Von mir lesen Sie am Mittwoch wieder.  

Herzliche Grüße,
Ihr

Florian Harms
Chefredakteur t-online
E-Mail: t-online-newsletter@stroeer.de

Mit Material von dpa.

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