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Nach tödlichem Unfall auf A8: Wie weit gingen die Gaffer?

Pforzheim  

Nach tödlichem Unfall auf A8: Wie weit gingen die Gaffer?

17.01.2019, 09:11 Uhr | dpa

Nach tödlichem Unfall auf A8: Wie weit gingen die Gaffer?. Rettungsdienst

Ein Rettungswagen der Feuerwehr fährt mit Blaulicht durch eine Straße. Foto: Marcel Kusch/Archiv (Quelle: dpa)

Nach einem tödlichen Unfall auf der Autobahn 8 sind Zweifel an der Darstellung der Polizei aufgekommen, wonach Gaffer die Tür eines Rettungswagens geöffnet haben sollen. Sie seien zwar einem Wagen nahekommen, in dem ein Verletzter behandelt wurde, sagte die Pressesprecherin des Kreisverbandes des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Pforzheim-Enzkreis, Daniela Kneis, am Donnerstag. Es habe aber niemand die Tür des Fahrzeugs geöffnet. Allerdings hätten Gaffer versucht, von einer Anhöhe neben der Autobahn Blicke in den Rettungswagen zu werfen.

Die Polizei hielt zunächst an ihrer Darstellung vom Mittwoch fest. Sie hatte berichtet, Schaulustige sollen die Tür eines Rettungswagens geöffnet haben, "um den Verletzten aus der Nähe zu betrachten und möglicherweise auch fotografieren zu können".

Wie ein Sprecher der Polizei in Karlsruhe am Donnerstag sagte, hatte eine Rettungsassistentin an der Unfallstelle einem Polizeibeamten von diesem Vorfall berichtet. Da die Rettungskräfte "alle Hände voll zu tun hatten", sei es nicht gelungen, die Personen vor Ort festzustellen, hieß es. Bislang hätten sich auch keine Zeugen dazu gemeldet, sagte der Polizeisprecher.

Der Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Ralf Kusterer, reagierte mit Unverständnis. "Ob man dabei versuchte, die Türe eines Rettungswagens zu öffnen oder sich nur am Rettungswagen aufgehalten hat, um Blicke vom Verletzten zu erhaschen, der vermutlich mit dem Leben kämpfte, ist zweitrangig - ein solches Verhalten ist widerlich." Er finde es besonders schlimm, dass die Polizei personell nicht in der Lage sei, die Gaffer zu erfassen und zu verfolgen, teilte Kusterer mit.

Die Polizei ist nach Angaben eines Sprechers nun dabei, den Fall aufzuklären und zu ermitteln, was genau sich an dem Rettungswagen zugetragen hat. Laut DRK-Sprecherin Kneis könnte es während der Rettungsarbeiten möglicherweise zu einem Missverständnis gekommen sein.

Bei dem Unfall am Mittwoch war ein 59 Jahre alter Lastwagenfahrer auf der Autobahn von Stuttgart in Richtung Karlsruhe an einem Stauende auf einen Sattelzug aufgefahren und ums Leben gekommen.

Unabhängig von der Frage hinsichtlich der Rettungswagentür bestätigten Polizei und DRK, dass nach dem Unfall zahlreiche Schaulustige die Rettungsarbeiten behinderten. Eine Frau sei dem Rettungswagen bei der Versorgung von Verletzten sehr nahe gekommen und vom Rettungsdienst weggeschickt worden, sagte die DRK-Sprecherin.

Auch die Bergung der Leiche sei schwierig gewesen, sie habe nicht vor neugierigen Blicken geschützt werden können: Schaulustige seien nicht weggegangen, obwohl sie dazu aufgefordert worden seien. Ein Rettungswagen habe nicht umparken können, weil Gaffer keinen Platz gemacht hätten. Solche Vorfälle seien für Retter, die um Menschenleben kämpften, eine hohe zusätzliche Belastung.

Die Polizei hatte eigenen Angaben zufolge gegen Gaffer Platzverweise ausgesprochen, als diese durch die Unfallstelle liefen, um Fotos und Videos zu machen. Die Polizei habe darauf hingewirkt, dass diese Fotos und Videos zum Schutz der Unfallopfer noch vor Ort gelöscht werden. Zudem rief sie Passanten dazu auf, bei Rettungsarbeiten Abstand zu halten und Einsatzkräfte nicht zu behindern.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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