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Falsche Polizisten geständig

Kiel  

Falsche Polizisten geständig

17.01.2019, 09:58 Uhr | dpa

Falsche Polizisten geständig. Briefkasten amd Gebäude des Landgerichtes in Kiel

Ein 26 Jahre alter Mann muss sich erneut vor Gericht wegen Betrugs an älteren Menschen verantworten. Foto: Carsten Rehder/Archiv (Quelle: dpa)

Der Falsche-Polizisten-Trick funktioniert so: Betrüger geben sich als Polizeibeamte aus, gaukeln Senioren vor, ihr Vermögen befände sich in akuter Gefahr und bringen die alten Menschen so dazu, ihnen Bargeld und Wertgegenstände zu übergeben. Vor dem Kieler Landgericht haben Angeklagte in zwei Prozessen gestanden, auf diesem Weg Hunderttausende Euro erbeutet zu haben - wollen davon aber selbst nur einen Bruchteil behalten haben.

In einem der beiden Verfahren warf die Staatsanwaltschaft drei 26 bis 33 Jahre alten Männern zum Prozessauftakt am Donnerstag vor, einen 88-Jährigen aus Norderstedt bei Hamburg um mehr als 100 000 Euro gebracht zu haben. Sie vermutet hinter der Tat ein bandenmäßiges Netzwerk, das sich "eine dauerhafte Einnahmequelle" habe schaffen wollen. Die Angeklagten widersprachen dieser Darstellung: Sie sehen sich lediglich als Handlanger. Die eigentlichen Täter seien derzeit nicht angeklagte Hintermänner, erklärte einer der Verteidiger.

Ein Strippenzieher im Hintergrund habe im Herbst 2017 den Kontakt zu dem alten Mann aufgebaut und die Geldübergabe eingefädelt, ließ einer der Beschuldigten über seinen Anwalt mitteilen. Er selbst habe daraufhin einen Bekannten als falschen Polizisten angeheuert und einen zweiten, um beim Treffen mit dem Opfer die Umgebung abzusichern. Vom erbeuteten Geld hätten alle drei zusammen nur circa 10 000 Euro behalten und den Rest an den Auftraggeber weitergegeben.

"Ich schäme mich sehr, was ich dem mir völlig unbekannten alten Herren angetan habe", ließ der Angeklagte verlesen. Er und ein Mittäter gaben an, zur Tatzeit spielsüchtig gewesen zu sein und finanzielle Probleme gehabt zu haben. Ein anderer Beschuldigter ließ erklären, er habe nicht gewusst, worauf er sich einließ: "Ich hatte die Situation überhaupt nicht mehr unter Kontrolle."

Im zweiten Prozess hatte ein 26-Jähriger bereits am Mittwoch gestanden, drei Senioren um insgesamt rund 200 000 Euro gebracht zu haben. Auch er beteuert, nur ein kleines Rädchen im Getriebe gewesen zu sein: Ein Bekannter habe sich in die Türkei abgesetzt und von dort aus ein Netzwerk aufgebaut, um in Deutschland Senioren zu beklauen, heißt es in einer Aussage, die der Vorsitzende Richter verlas. Der Angeklagte erklärt darin, er habe sich lediglich als Kurier beteiligt und den Großteil der Beute weitergeleitet.

Ein Ehepaar hatte den Betrügern unter anderem Goldbarren ausgehändigt. Die 71 Jahre alte Frau berichtete am Donnerstag, ein angeblicher Staatsanwalt habe ihr im Frühjahr telefonisch eine Geschichte aufgetischt, der zufolge Kriminelle hinter dem Vermögen ihres Mann her seien. Schließlich hätten sie und ihr Mann das Gold aus einem Bankschließfach geholt und den falschen Beamten übergeben, weil sie es dort in Sicherheit glaubten. Verdacht habe sie zunächst keinen geschöpft, erklärte die alte Dame: "Die Polizei hatte uns angerufen. Wir haben Vertrauen in unsere Polizei."

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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