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Zimmergenosse von Amri: früh auf Extremismus hingewiesen

Berlin  

Zimmergenosse von Amri: früh auf Extremismus hingewiesen

17.01.2019, 16:58 Uhr | dpa

Ein Zimmergenosse des späteren Attentäters Anis Amri hat nach eigenen Angaben frühzeitig wegen dessen islamistischer Gesinnung Alarm geschlagen. Bereits im Herbst 2015 habe er den Leiter der Asyleinrichtung in Emmerich, in der er mit Amri einen Monat lang das Zimmer teilte, durch einen befreundeten Dolmetscher über seine Bedenken informiert, sagte der heute 26-jährige Syrer Mohamed J. am Donnerstag im Untersuchungsausschuss des Bundestags.

Auch bei einer Anhörung im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) im Sommer 2016 habe er ausführlich darüber gesprochen, dass er Amri für einen Extremisten halte. Dort habe er das erste Mal den Eindruck gehabt, auf offene Ohren zu stoßen. Vertreter von Polizei oder Sicherheitsbehörden hätten ihn aber erst nach dem Anschlag vernommen.

Der Tunesier Anis Amri steuerte im Dezember 2016 einen Lastwagen in den Weihnachtsmarkt auf dem Berliner Breitscheidplatz und tötete zwölf Menschen. Auf der Flucht wurde er später in Italien von der Polizei erschossen. Vorher lebte er erst in Nordrhein-Westfalen, dann in Berlin.

Mohamed J. sagte, er habe in einem "Planer" Amris zufällig eine Flagge der Terrormiliz Islamischer Staat gesehen und dies dem Heimleiter gemeldet. Amri sei nach seiner Einschätzung jemand gewesen, von dem Böses zu erwarten gewesen sei. Er habe wiederholt per Skype mit Freunden gesprochen, die nach seiner Einschätzung aus den Maghreb-Staaten kamen und die J. als "Mudschaheddin" beschrieb. Amri habe mit ihnen über seine Pläne gesprochen, nach Syrien in den Dschihad zu ziehen, und auch die drei Mitbewohner dazu aufgerufen. Zudem habe er Videos von Selbstmordattentaten angesehen.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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