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Masernausbruch: Ungeimpften Kindern droht Schulausschluss

Hildesheim  

Masernausbruch: Ungeimpften Kindern droht Schulausschluss

08.03.2019, 12:05 Uhr | dpa

Masernausbruch: Ungeimpften Kindern droht Schulausschluss. Impfpass

Ein Impfpass liegt auf einem Tisch. Foto: Marius Becker/Archiv (Quelle: dpa)

Nach einem Masernausbruch an einer Gesamtschule in Hildesheim droht ungeimpften Kindern zu ihrem eigenen Schutz der Schulausschluss. Mitarbeiter des Gesundheitsamtes überprüften am Freitag die Impfpässe aller 26 Klassen und auch die der Lehrer, wie der Landkreis mitteilte. Die Eltern waren zwei Tage zuvor informiert worden. Etliche Kinder hätten ihren Impfpass dennoch nicht dabei gehabt und hätten diesen zu Hause holen müssen. Wer bis zum Montag seinen Impfschutz notfalls auch über eine Blutuntersuchung beim Arzt nicht nachweisen kann, darf die Schule vorerst nicht betreten. Am Freitag konnten 510 Schüler und Lehrer einen Schutz nachweisen, das sind 73 Prozent der Betroffenen. In 190 Fällen gab es den Hinweis, den Nachweis bis Montagnachmittag vorzulegen.

Wie das Gesundheitsministerium in Hannover mitteilte, muss die Schule in Absprache mit der Kreisgesundheitsbehörde eine rechtliche Abwägung vornehmen zwischen der Schulpflicht und dem Schutz der Kinder vor einer ansteckenden Krankheit. Auch ohne eine Impfpflicht in Deutschland gehe es darum, eine weitere Ausbreitung der hochansteckenden und für ungeimpfte Menschen gefährlichen Krankheit zu verhindern. Es werde nach einem standardisierten Prüfungsverfahren verfahren, wie es bei einem Masernausbruch in einer Gemeinschaftseinrichtung vorgesehen ist, ergänzte der Landkreis.

Seit Jahresbeginn sind in Niedersachsen mehr Menschen an Masern erkrankt als im gesamten Vorjahr. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden seit Anfang Januar 26 Masernfälle registriert, im Jahr 2018 gab es 18 Fälle. Die Mehrheit der Erkrankten in diesem Jahr gab es mit 17 Fällen im Kreis Hildesheim. Zweimal bereits war jeweils ein Schüler an einer Schule erkrankt, wonach Kontaktpersonen im Umkreis kontrolliert wurden. Es kam in den Fällen aber nicht zu einer weiteren Ausbreitung der Krankheit.

Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) riet allen Menschen, ihren Impfstatus zu überprüfen und bei Bedarf Impfungen nachzuholen. "Die aktuell aufgetretenen Masernfälle in Niedersachsen zeigen die große Bedeutung eines ausreichenden Impfschutzes in der Bevölkerung", sagte sie. Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) appellierte an die Eltern: "Wer auf den Impfschutz verzichtet, gefährdet seine Kinder und die Kinder anderer."

Masern sind sehr ansteckend für nicht geimpfte Personen. Das Virus wird als Tröpfcheninfektion beim Sprechen, Husten oder Niesen übertragen. Eine Infektion verursacht hohes Fieber, Husten, Entzündung der Augenbindehaut und Hautausschlag. Die Krankheit kann schwerwiegend verlaufen. Als lebensbedrohliche Komplikation kann eine Gehirnentzündung auftreten.

Zwar ist die Zahl der Masernfälle in Deutschland nach Angaben des Robert-Koch-Instituts zuletzt von 929 Fällen 2017 auf 543 Fälle im vergangenen Jahr zurückgegangen. Doch in Europa musste das Ziel, die Masern bis 2020 auszurotten, kassiert werden. Die Zahl der Masernerkrankungen in der Region vervielfachte sich von 5273 im Jahr 2016 auf 23 927 im Folgejahr. Die Rückkehr vermeidbarer Krankheiten in Europa sei "ein Weckruf" und verlange "rasches Handeln", forderte die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Auch in Deutschland beklagen Experten eine zunehmende Impfmüdigkeit. Manchmal seien Eltern einfach nachlässig oder vergessen vorgesehene Impfungen. Andere zweifelten am Sinn der Impfungen, weil sie die von ihnen verhinderten Krankheiten zu Lebzeiten selbst nie gesehen haben. Eine dritte Gruppe wiederum wehre sich gegen Impfungen, weil sie ohne solide wissenschaftliche Belege Nebenwirkungen befürchten oder deren Wirksamkeit anzweifeln. Andererseits entschied sich vor kurzem eine private Kita in Essen, nur noch Kinder mit Impfschutz gegen gängige Krankheiten wie Masern, Mumps und Röteln aufzunehmen.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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