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Wintersport-Saison bald überall beendet

Willingen (Upland)  

Wintersport-Saison bald überall beendet

10.03.2019, 10:11 Uhr | dpa

Die Wintersportsaison geht in Hessen und den Nachbarbundesländern mit großen Schritten dem Ende entgegen. Doch gebietsweise sind Abfahrten auf Ski und Snowboard noch immer möglich. Ein Rückblick und Ausblick der großen Wintersportgebiete:

In Hessens größtem Skigebiet im nordhessischen Willingen laufen die Lifte noch. "Voraussichtlich bis Ende nächster Woche - je nach Witterung. Jetzt ist der Endspurt angesagt", sagte Jörg Wilke als Sprecher des Skigebiets Willingen. Doch wer jetzt noch fahren möchte, dem muss klar sein: Die Unterlage besteht überwiegend aus Kunstschnee. Links und rechts der fein modellierten Pisten ist es grün - der Frühling hält Einzug. Und die Zahl der geöffneten Lifte kann angesichts der milden Temperaturen täglich sinken.

Bislang zählen die Betreiber in Willingen mehr als 75 Lifttage. Auf einen Wert von mehr als 80 Tagen und einer Durchschnittssaison werden sie wohl kommen. Doch im Vergleich zur Vorsaison mit 110 Lifttagen war es deutlich weniger. "Wir sehen eine etwas gedämpfte Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr", bilanzierte Wilke. Vor allem die milde Witterung in der Kernzeit des Februars sei ungünstig gewesen fürs Geschäft. "Der Besucherzuspruch war eher mittelmäßig", konstatierte Wilke.

Sehr gut angenommen worden sei als neues Angebot der Mitte Dezember eröffnete 8er-Sessellift. Für die Liftgemeinschaft Köhlerhagen war der Bau von Hessens längstem und komfortabelstem Sessellift ein Megaprojekt. Kosten: zehn Millionen Euro. Der 1500 Meter lange "K1"-Lift kann 3000 Menschen pro Stunde auf den Ettelsberg in 838 Meter Höhe bringen. Ausgestattet ist er mit Sitzheizung und Wetterschutzhauben. "Die Bahn lief gut und ist nördlich der Alpen in dieser Ausstattung einmalig", sagte Wilke zu dem Prestige-Projekt. Und es gibt schon wieder neue Pläne: Mittelfristig soll am sogenannten Sonnenhang ein weiterer Sessellift gebaut werden und einen alten Schlepplift ablösen.

Nach der Skisaison ist in Willingen vor der Bikesaison. Ab Anfang April sollen die Hänge und Abfahrten für Mountainbiker geöffnet werden. Die Aktiven können ihre Räder per Lift auf den Berg befördern. Denn der neue "K1" hat wechselbare Sitzgarnituren. An den Sommersesseln lassen sich Mountainbikes anbringen. Und das Geschäft mit den Bikern wachse, sagte Marina Kieweg als Sprecherin der Liftgemeinschaft Köhlerhagen. Zwölf Kilometer Freeride- und Downhill-Pisten stehen zur Verfügung. Zudem wird für Erlebnishungrige wieder die Sommerrodelbahn am Ritzhagen geöffnet. Auch eine Reifenrutsche gibt es.

Im von Willingen aus benachbarten Winterberg (NRW) geht die Saison sogar noch etwas länger als auf hessischer Seite. Bis Ende März sollen die Lifte im Skikarussell laufen, sagte eine Sprecherin. Zuletzt waren noch etliche Lifte in Betrieb. Doch die Zahl werde sich in den kommenden Tagen wetterbedingt verringern, sagte sie. In Winterberg läuft die Saison länger, weil dort größere Kapazitäten zur Beschneiung der Pisten mit Kunstschnee bestehen. Mittlerweile wurden schon mehr als 80 Lifttage gezählt - stark getragen durch den Kunstschnee. "In den Gebieten mit Kunstschnee können die Betreiber mit der Saison insgesamt zufrieden sein", sagte die Sprecherin. Dort wo nur auf Naturschnee vertraut wurde, war die Saison unterdurchschnittlich, wie sie erklärte.

Die Sprecherin beobachtet auch, dass immer weniger Leute richtig Skifahren lernen wollten. Dagegen werde Rodeln immer beliebter: "In dem Bereich sehen wir seit Jahren einen Aufwärtstrend." Bei weniger sportlichen und eher genussorientierten Gästen sei das Winterwandern beliebt. Um das Skigebiet in Winterberg weiterzuentwickeln, soll gebaut werden. Geplant ist für den Winter 2019/2020 ein neuer Sessellift als Verbindung von Nordhang zum Bremberg.

Auf der Wasserkuppe, Hessens höchstem Berg (950 Meter), wurde die Skisaison am Freitag beendet. "Der Schnee war aufgeweicht, es kamen auch keine Gäste mehr. Deswegen haben wir Schluss gemacht", erklärte Martin Kirchner vom Skiliftbetreiber Wiegand. "Es waren mittlerweile viele milde Tage dabei - dann haben die Leute eher Lust auf Frühling und stellen sich nicht mehr auf die Ski. Das ist Psychologie."

Für den Skiliftbetreiber auf Hessens höchstem Berg war es eine "sehr zufriedenstellende Saison mit gutem Besucher-Zuspruch. Wir hatten viele Gäste", sagte Kirchner. Nach dem Saisonstart am 27. Dezember waren die Lifte an 72 Tagen in Betrieb. 74 waren es in der Vorsaison. Um die Möglichkeiten zur Kunstschnee-Produktion zu verbessern, sollen Teiche als Wasserspeicher vergrößert werden. Denn Kirchner weiß wie auch andere Fachleute: "Ohne Beschneiung ist Wintersport in deutschen Mittelgebirgen nicht mehr möglich."

Neben den Sommerrodelbahnen, die als Besuchermagnet angeboten werden und in etwa drei Wochen wieder in Betrieb gehen sollen, kommt eine neue Attraktion auf die Wasserkuppe. Im April soll eine etwa 75 Meter lange Eisrutsche eröffnet werden. Der Höhenunterschied vom Einstieg bis zum Ausstieg betrage etwa 25 Meter. Auf einer vereisten Edelstahlrutsche kann man auf Kunststoffunterlagen hinabrutschen. Die nötige Kälte für die Vereisung der Rutsche liefern Kühlaggregate. "Erst bei Temperaturen von etwa 25 Grad schaffen die es nicht mehr und der Betrieb muss eingestellt werden", erklärte Kirchner. So könne die Eisrutsche eine neue Besucher-Attraktion werden, die nur im Hochsommer pausieren müsse. Die Anlage des Rutschen-Herstellers Wiegand im osthessischen Rasdorf war im Winter auf dem Kasseler Weihnachtsmarkt aufgebaut.

Auch in der bayerischen Rhön ist die Winterport-Saison für Ski- und Snowboardfahrer vorbei. Weil dort weniger Kapazitäten für künstliche Beschneiung der Pisten vorhanden sind, wurde der Betrieb beispielsweise am Kreuzberg und Arnsberg in Bischofsheim bereits im Februar beendet.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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