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Kritik nach Rückgabe von Bibel und Peitsche an Namibia

Stuttgart  

Kritik nach Rückgabe von Bibel und Peitsche an Namibia

20.03.2019, 11:26 Uhr | dpa

Kritik nach Rückgabe von Bibel und Peitsche an Namibia. Ein Neues Testament und eine Peitsche

Ein Neues Testament und eine Peitsche aus dem Besitz von Hendrik Witbooi liegen in einer Foto: Marijan Murat/Archiv (Quelle: dpa)

Die Rückgabe einer Bibel und einer Peitsche von Baden-Württemberg an Namibia hat für einige Landtagsabgeordneten einen negativen Beigeschmack. Die Rückgabe dieser Objekte sei vor allem eine große Inszenierung gewesen, sagte der AfD-Abgeordnete Udo Stein am Mittwoch im Landtag. Er hielt den Grünen mit Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) vor, ihr moralisches Image vor den Wahlen aufpolieren zu wollen. Im Mai sind Kommunal- und Europawahlen. Der FDP-Abgeordnete Nico Weinmann verwies darauf, dass mit der Rückgabe neuer Streit in Namibia entstanden sei. Bauer hatte die beiden Gegenstände Ende Februar nach Namibia gebracht.

Die CDU-Fraktion begrüßte zwar das Engagement von Ministerin Bauer bei der Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte. Doch deren Abgeordnete Nicole Razavi mahnte, Bund, Länder und Kommunen müssten eine Gesamtstrategie fahren. Es dürfe bei der Aufarbeitung der Kolonialzeit kein Wettlauf mit dem Bund oder mit anderen Bundesländern geben, sagte sie. "Es geht nicht um den ersten Platz auf dem Podium." Denn dazu sei das Thema viel zu sensibel.

Ministerin Bauer verteidigte die Entscheidung. Die Übergabe sei überfällig und sorgfältig vorbereitet gewesen. Bibel und Peitsche hätten eine hohe Bedeutung für Namibia. Die beiden Gegenstände gehörten Hendrik Witbooi, einem Anführer des Volkes der Nama, der heute als Nationalheld verehrt wird. Mitglieder der Nama und der Herero wurden vor mehr als 100 Jahren zu Tausenden von Truppen der deutschen Kolonialmacht getötet. Vor diesem Hintergrund bezeichnete auch die SPD-Abgeordnete Gabi Rolland die Rückgabe als richtig. Die Vereinigung der Nama-Stammesältesten (NTLA) hatte sich hingegen gegen die Übergabe der Gegenstände an die namibische Regierung gewandt.

In der Landtagsdebatte sorgte der fraktionslose AfD-Politiker Wolfgang Gedeon für einen Eklat. Er sagte: "Der Kolonialismus ist Zeichen dafür, dass die europäische weiße Rasse anderen Völkern und Ethnien zivilisatorisch weit überlegen war." Man könne sagen, "dass man den Völkern dort eine Menge an Blut, eine Menge an Schweiß erspart hat durch die Kolonialisierung". Mehrere Abgeordnete hielten Gedeon entgegen, dass dies Rassismus sei. Gedeon zählt zum rechten Rand der AfD. Er ist wegen Antisemitismusvorwürfen umstritten.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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