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Millionen-Betrug durch falsche Polizisten

Hamburg  

Millionen-Betrug durch falsche Polizisten

21.03.2019, 12:45 Uhr | dpa

Millionen-Betrug durch falsche Polizisten. Prozess gegen falsche Polizisten

Einer der Angeklagten steht im Gerichtssaal vor den Richtern. Foto: Carmen Jaspersen (Quelle: dpa)

Mal waren es Goldbarren, mal Krügerrand-Münzen, mal wertvolle Schmuckstücke oder hohe sechsstellige Bargeldsummen - falsche Polizisten hatten mit ihrer Methode jahrelang Erfolg. Vier Männer stehen nun wegen bandenmäßigen Betruges vor dem Landgericht Bremen. Sie sollen unter anderem in Hamburg Senioren betrogen haben. Dabei gaben sich Anrufer aus einem türkischen Call-Center bei den teils über 90 Jahre alten Opfern als Polizeibeamte aus. In Hamburg erbeuteten Täter laut Anklage rund 200 000 Euro, in einem Fall in Braunschweig sogar rund eine Million Euro.

Aufgrund der langen Liste an Straftaten, darunter unerlaubter Waffenbesitz, Urkundenfälschung und Betrug, benötigte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag rund zwei Stunden zur Verlesung mehrerer Anklageschriften. Die Täter schlugen unter anderem in Bremen, Braunschweig, Köln, Salzuflen, Osnabrück, Norderstedt und Hamburg zu. Drei der vier Männer im Alter von 25, 29, 30 und 47 Jahre sitzen in Untersuchungshaft. Der 30-Jährige gilt als Haupttäter. "Mein Mandant weist sämtliche Anklagepunkt zurück und macht von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch", sagte sein Anwalt.

14 vollendete und drei versuchte Betrugstaten werden den Angeklagten in je unterschiedlicher Beteiligung zur Last gelegt. Die Bande schlug meist nach dem gleichen Muster zu. Im August 2018 drängten die Anrufer aus der Türkei eine gutgläubige 77-jährige Frau aus Braunschweig gleich drei Mal in die Falle. Mehrere falsche Kripo-Beamte und ein angeblicher Oberstaatsanwalt "Dr. Meier" riefen bei ihr an und warnten eindringlich vor einer rumänischen Bande und einem geplanten Überfall auf die Bank, bei der die 77-Jährige ihr Vermögen aufbewahrt hatte.

Der Vorschlag der Betrüger: Das Geld solle am besten vorübergehend der Polizei anvertraut werden. Die Frau händigte einmal 200 000 Euro, dann 470 000 Euro und dann noch mal rund 275 000 Euro aus. Zu diesem Zeitpunkt habe zwischen der Frau und den Anrufern bereits ein Vertrauensverhältnis bestanden. Abgeholt wurde das Geld meist von einem der Angeklagten.

In Hamburg hatte die Bande im selben Monat nur einmal Erfolg. Ein 87 Jahre alter Mann löste zwar auf Geheiß der falschen Kripo-Beamten ein Aktiendepot auf und übergab einen hohen Betrag von rund 200 000 Euro. Als er kurze Zeit später erneut bei der Sparkasse ein Depot über 225 000 Euro auflösen sollte, kam er dem nur zum Schein nach, denn er war bereits von der richtigen Polizei auf die Verbrecher aufmerksam gemacht geworden. Der Mann weigerte sich, das Geld zu übergeben, worauf der Anrufer die Maske fallen ließ und ihm drohte, eine Handgranate ins Haus zu werfen.

In anderen Fällen erbeutete die Bande Goldbarren und Goldmünzen, die sie zu einem Goldankauf-Geschäft brachten und verkauften. Der Großteil der Beute soll an den 30-Jährigen gegangen sein. Ihm werden auch unerlaubter Waffenbesitz vorgeworfen sowie der Verkauf von mehreren geleasten Autos, obwohl die Leasing-Raten nicht abbezahlt waren. Dazu sollen die Fahrzeugpapiere gefälscht worden sein. Der Prozess soll am 27. März mit der Vernehmung des 47-jährigen Angeklagten sowie von Polizisten als Zeugen fortgesetzt werden.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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