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Kinderärzte befassen sich mit Umgang bei Missbrauchsverdacht

Rostock  

Kinderärzte befassen sich mit Umgang bei Missbrauchsverdacht

22.03.2019, 02:02 Uhr | dpa

Kinderärzte befassen sich mit Umgang bei Missbrauchsverdacht. Kinderarzt

In einer Praxis wird ein junger Patient untersucht. Foto: Waltraud Grubitzsch/Archiv (Quelle: dpa)

Der Umgang mit möglichen Fällen von Missbrauch und Gewalt bei Kindern ist einer der Schwerpunkte der 68. Jahrestagung der norddeutschen Kinder- und Jugendmediziner, die am Freitag (10.00 Uhr) in Rostock beginnt. Nicht erst seit der Aufdeckung der Missbrauchsfälle auf einem Campingplatz in Lügde (NRW) vor wenigen Wochen stehe das Thema Missbrauch ganz oben auf der Agenda, sagte Tagungspräsident Michael Radke vom Klinikum Westbrandenburg.

Bei den Ärzten stelle sich oft die Frage, "was traue ich mich" und "welche Interessen vertrete ich", sagte Radke. Denn es bestehe natürlich die Gefahr, sich mit den Eltern auf Kriegsfuß zu stellen, wenn sie sich an das Jugendamt wenden. "Aber man muss sich das als Kinderarzt trauen, das Kindeswohl steht an erster Stelle." Als Klinikchef habe er immer die Position vertreten, sich schützend vor jeden Kollegen zu stellen, der eine Vermutung ausgesprochen hat, die sich im Nachhinein nicht bewahrheitet hat.

Kinderärzte müssten selbstverständlich einen breiten Blick für alle Belange der Kindergesundheit haben. Beim Thema Missbrauch gebe es aber Anzeichen, die unbedingt zu beachten sind. Dazu gehörten Veränderungen der psychischen Allgemeinsituation, beispielsweise wenn Kinder sehr ängstlich, depressiv oder kontaktscheu sind. Auch offensichtliche körperliche Verletzungen wie blaue Flecken oder Schwellungen seien wichtige Anzeichen, wenn sie von den Angehörigen bagatellisiert oder mit Schutzbehauptungen erklärt werden. Auch bei Verbrennungen oder Verbrühungen sollten die Kinderärzte sehr genau nach den Hintergründen forschen.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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