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Elefantenkalb ist noch nicht überm Berg

Leipzig  

Elefantenkalb ist noch nicht überm Berg

22.03.2019, 15:12 Uhr | dpa

Elefantenkalb ist noch nicht überm Berg. Elefantenkalb geboren

Elefantenkuh Hoa geht mit ihrem männlichen Elefantenkalb durch das Elefantenhaus. Foto: Zoo Leipzig/Archiv (Quelle: dpa)

Von der Mutter abgelehnt, aber liebevoll von den Tanten beschützt: Acht Wochen nach seiner Geburt ist der kleine Elefant im Leipziger Zoo am Freitag erstmals auf Erkundungstour in dem großen Elefantengehege gegangen. Mehrere Hundert Besucher verfolgten die ersten Schritte des kleinen Bullen an der Seite seiner beiden Tanten Don Chung und Rani sowie der Tierpflegern. Die Mutter Hoa kümmert sich nicht um den Kleinen und ist nach wie vor eine Gefahr für das junge Kalb. Auch der Gesundheitszustand bereitet dem Zoo noch Sorgen. "Wir sind noch nicht über dem Berg. Das Risiko ist noch immer hoch", sagte Zoodirektor Jörg Junhold.

Die ersten Schritte des jungen Elefanten, der noch keinen Namen hat und von den Tierpflegern wie seine Mutter Hoa gerufen wird, sind beim Premierenausflug noch etwas unsicher. Er stellt sich in den Schatten der beiden riesigen Tanten und beginnt dann langsam die Umgebung zu erkunden. Mit dem Rüssel ertastet er Baumstümpfe, die Steine in den Mauern, den Boden der Anlage und greift in einen roten Eimer. Alles ist neu für den Kleinen. Die Menschenmenge, die ihn bei seiner ersten Tour genauestens beobachtet, scheint ihn aber nicht zu stören.

Der Zoo hatte bewusst diesen Freitag für den ersten Freigang gewählt und sich sogar mit dem Wetterdienst abgestimmt. Bei frühlingshaften Temperaturen und Sonnenschein durfte der kleine Bulle so die ersten Schritte wagen. "Die Sonne ist für einen so jungen Organismus extrem wichtig. Die UV-Strahlen helfen beim Knochenwachstum", erläuterte Zootierarzt Andreas Bernhard.

Seine Mutter Hoa ist bei dem ersten öffentlichen Auftritt nicht dabei. Sie hat den Elefantenbullen, der am 25. Januar im Leipziger Zoo geboren wurde, abgelehnt und stellt derzeit noch eine Gefahr für ihn dar. Sie produziert auch keine Milch mehr. "Wir füttern den Kleinen mit Ersatzmilch aus der Flasche. Das ist bei asiatischen Elefanten bisher aber nur schlecht gelungen", erklärte Zootierarzt Bernhard. Trotzdem habe der junge Elefant nun das Geburtsgewicht von 108 Kilogramm fast wieder erreicht. Der Tiefstwert lag bei 98 Kilogramm. Erst in einigen Monaten soll der kleine Bulle mal eine Banane oder einen Apfel bekommen.

Erstmals erklärte der Zoodirektor am Freitag auch warum sich der Zoo, trotz der schwierigen Vorgeschichte um Elefantenkuh Hoa erneut für eine Schwangerschaft entschieden hatte. "Das Ziel ist eine intakte Elefantenherde. Dafür braucht es Jungtiere, an die sich die älteren Tiere auch gewöhnen müssen", erklärte Junhold. Das letzte Jungtier wurde im Zoo Leipzig im Jahr 2002 geboren.

Zwar sollen der Jungbulle und seine Tanten regelmäßig in das Freigehege gelassen werden. "Die Zeitfenster, in denen das Kalb auf der Freianlage zu sehen sein wird, werden wir tagesaktuell an unseren Informationsstellen bekanntgeben. Wir bitten um Verständnis, dass das Jungtier aufgrund von schlechter Witterung oder ungünstiger Herdensituation nicht jederzeit draußen auf der Anlage zu beobachten sein wird", betonte Zoodirektor Junhold.

Dann hatte der Zoodirektor auch noch eine Überraschung parat. Er verkündete, dass die neun Jahre alte Rani, die sich derzeit um den kleinen Bullen kümmert, ebenfalls trächtig sei und sich der Zoo im Frühjahr 2020 erneut über Nachwuchs freuen könne. "So kann Rani bereits jetzt Erfahrungen im Umgang mit einem Elefantenkalb machen."

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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