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EU-Urheberrechtsreform: Tausende demonstrieren in Berlin

Berlin  

EU-Urheberrechtsreform: Tausende demonstrieren in Berlin

23.03.2019, 02:08 Uhr | dpa

EU-Urheberrechtsreform: Tausende demonstrieren in Berlin. Protest gegen neues Urheberrecht

Protest gegen die geplante EU-Urheberrechtsreform in Berlin. Foto: Paul Zinken (Quelle: dpa)

Mehr als 10 000 Menschen haben am Samstag in Berlin gegen die geplante Urheberrechtsreform der EU demonstriert. Als sich der Protestzug kurz nach 14 Uhr am Potsdamer Platz in Bewegung setzte, sprachen die Veranstalter zunächst von 6000 Teilnehmern, später nannten sie die Zahl 30 000. Die Polizei schätzte die Teilnehmerzahl auf mehr als 10 000.

An der deutschen Wikipedia-Zentrale vorbei zogen die Demonstranten zur Abschlusskundgebung auf den Pariser Platz. Mit "Stoppt die Zensur"-Rufen und Transparenten wie "Niemand hat die Absicht eine Zensur zu errichten" machten die vorwiegend jungen Demonstranten ihrem Ärger über die Pläne für die Neuregelung des europäischen Urheberrechts im Internet Luft.

Die Kritiker wenden sich vor allem gegen einen Artikel. Er sieht vor, dass Anbieter-Plattformen wie YouTube in Zukunft bereits beim Hochladen überprüfen sollen, ob Inhalte urheberrechtlich geschütztes Material enthalten. Das ist nach Meinung vieler Kritiker nur über automatisierte Filter möglich, bei denen die Gefahr bestehe, dass viel mehr als nötig aussortiert wird.

"Wir brauchen eine Urheberrechtsreform. Aber keine, die vor allem alte Verwertungsgesellschaften und -modelle wieder ins Jetzt holt", sagte der frühere Piraten-Politiker und Mitorganisator der Demonstration, Bruno Kramm. "Ich hoffe, dass im Europäischen Parlament endlich gehört wird, wie wichtig es der Zivilgesellschaft ist, dass diese Reform nicht durchgeht."

Dass viele Menschen in Europa gegen die Reform sind, zeigt eine Online-Petition, die mehr als fünf Millionen Menschen unterschrieben haben. "Wir wollen die Politiker in Brüssel aufwecken, damit sie endlich realisieren, was sie für einen Bockmist gebaut haben", sagte Dominic Kis, einer der Initiatoren der Petition. "Wir stehen ein für ein faires und gerechtes Urheberrecht, aber die jetzige Reform ist einfach der falsche Weg."

Für die Reform tritt dagegen die Berliner "Initiative Urheberrecht" ein, die nach eigenen Angaben mehr als 35 Organisationen aus Kunst, Musik, Film und Fernsehen, Journalismus, Fotografie und Design vertritt. Die geplante Richtlinie verbessere die Rahmenbedingungen für alle Medien- und Kreativschaffenden sowie deren Partner, Produzenten und Verwerter, teilte die Initiative am Samstag mit. Die Richtlinie nehme große kommerzielle Plattformen bei der Nutzung von Werken stärker in die Verantwortung für eine faire Vergütung.

Auch in anderen deutschen Städten fanden am Wochenende Demonstrationen gegen die Pläne der EU statt. In Potsdam waren mehrere Hundert Demonstranten auf den Straßen, in Köln, Düsseldorf und Hamburg je mehrere Tausend. Eine der größten Protestaktionen gab es in München, wo nach Angaben der Polizei rund 40 000 Menschen unter dem Motto "Rette dein Internet" auf die Straße gingen.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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