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Fontane in die Moderne geholt: Schau zum 200. Geburtstag

Neuruppin  

Fontane in die Moderne geholt: Schau zum 200. Geburtstag

29.03.2019, 13:48 Uhr | dpa

Fontane in die Moderne geholt: Schau zum 200. Geburtstag. Große Fontaneausstellung in Neuruppin

Wortschöpfungen und Textaufkleber regen in der Fontaneausstellung zum Nachdenken an. Foto: Bernd Settnik (Quelle: dpa)

Erst einmal wurde mächtig entstaubt, dann ein neuer Zugang gefunden: Zu seinem 200. Geburtstag wird der Schriftsteller, Autor und Journalist Theodor Fontane (1819-1898) in Neuruppin mit einer großen Schau geehrt. Seine Sprache und seine Kunst, Worte zu erfinden, bildeten den roten Faden, sagte Kuratorin Heike Gfrereis am Freitag.

Zur Eröffnung der Schau in seiner Geburtsstadt und des bis zum 30. Dezember - seinem eigentlichen Geburtstag - laufenden Fontane-Jahres wird am Samstag Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erwartet. "Lest mehr Fontane!", betonte Kulturstaatsministerin Monika Grütters im Vorfeld. Es seien seine Gedichte und vor allem seine markanten Frauenfiguren, die seinen Werken eine geradezu aufregende Aktualität bescherten. Faszinierend seien die präzisen Charakterstudien und seine Fähigkeit, gesellschaftliche Umbrüche seiner Zeit zu schildern.

Die Besucher könnten Anteil daran nehmen, wie Fontanes Texte und Romane ("Effi Briest") entstanden. "Aus heutiger Sicht ist er keineswegs altmodisch", sagte Kuratorin Gfrereis. Eine andere Sicht eröffne die Untersuchung der von ihm häufig verwendeten Worte. In "Effi Briest" sei es beispielsweise der Begriff "Zeit". Und die ungewöhnliche Reduzierung der ersten drei Kapitel dank eines Computers auf die Satzzeichen zeigt: Er verwendete häufig die wörtliche Rede. Einen Blick auf seine Gedanken gewähren zudem 67 Notizbücher, dazu Manuskriptseiten mit Anstreichungen und Anmerkungen sowie Materialsammlungen.

In dem Museum, das vor fünf Jahren mit einem Aufwand von sieben Millionen Euro saniert und modernisiert wurde, konnte die neue Ausstellung in die bestehende Sammlung zum Teil integriert werden. Es entstanden aber auch völlig neue Bereiche. Warum die Schau ausgerechnet in Neuruppin läuft, wo Fontane doch die meiste Zeit seines Lebens in Berlin verbrachte, sei einfach zu beantworten, sagte Kurt Winkler, Projektleiter von "fontane.200" und Geschäftsführer der Brandenburgischen Gesellschaft für Kultur und Geschichte. "Er hatte aus der Metropole einen neuen Blick auf Brandenburg geworfen", sagte er. Und das Bild des Autors, der auch "Wanderungen durch die Mark Brandenburg" geschrieben habe, wirke bis heute nach.

Die Besucher sollen einen Fontane erleben, den sie vielleicht gar nicht vermutet haben, sagte Kuratorin Gfrereis. In einem Raum ist unter anderem seine "Effi Briest" etwas auseinandergenommen. Zitate aus dem Roman schweben durch den Raum, die Figuren melden sich zu Wort mit ihren eigenen Worten und Gedanken. Bei Muße kann auch in den Büchern gelesen werden.

Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde freut sich an dem Interesse zu Fontane. "Die Hotels sind fast ausgebucht. Viele Reisegruppen aus ganz Deutschland haben sich bereits angemeldet", sagte er. Auch Führungen durch die Schau werden schon gut gebucht.

Als Mitbringsel bieten sich aus dem Museum große gelbe Notizzettel an, die einfach von einem Stapel abgetrennt werden - mit aufgedruckten Worten wie "aber", "vielleicht", "nämlich" oder "mutmaßlich". Mit etwas Fantasie können daraus dann auch eigene Gedanken geformt werden.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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