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Der Meister des schönen Redespiels: Fontanejahr hat begonnen

Neuruppin  

Der Meister des schönen Redespiels: Fontanejahr hat begonnen

30.03.2019, 02:04 Uhr | dpa

Der Meister des schönen Redespiels: Fontanejahr hat begonnen. Woidke, Büdenbender, Steinmeier im Gespräch

Woidke (SPD, r-l), Büdenbender, Steinmeier unterhalten sich in Neuruppin mit einer Drehorgelspielerin. Foto: Ralf Hirschberger (Quelle: dpa)

Neuruppin (dpa/bb)- Mit Worten von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist in Neuruppin das Fontanejahr 2019 eröffnet worden. Bei einem Festakt in der brandenburgischen Geburtsstadt des Dichters Theodor Fontane sprachen Steinmeier und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Samstag über Fontanes Werk und Lebensweg - anlässlich dessen Geburt vor 200 Jahren.

Fontane sei eine Ausnahmeerscheinung unter den Schriftstellern des 19. Jahrhunderts gewesen, sagte Steinmeier in seinem Grußwort in der Kulturkirche. "Seine Romane spiegeln weniger das alte Preußen als vielmehr den Konflikt von Tradition und Moderne und sind vielleicht gerade deshalb so unverändert aktuell", erklärte Steinmeier. Woidke erklärte: "Wer die Mark Brandenburg kennen und verstehen lernen will, der muss Fontane lesen."

Brandenburgs Ministerpräsident hatte zuvor gemeinsam mit dem Bundespräsidenten die Ausstellung "fontane.200/Autor" und das Geburtshaus des Dichters besichtigt. Fontane habe sich als gelernter Apotheker mit menschlichen Krankheiten ausgekannt und gewusst, "dass es kein Allheilmittel gibt und nichts so unersetzlich ist, wie ein Gespräch", sagte Steinmeier. Brandenburgs Kulturministerin Martina Münch (SPD) erklärte, dass Fontane über Frauen geschrieben habe, die nicht ihrer Zeit entsprachen, fasziniere sie an seinem Werk.

Als Schülerin habe sie Fontanes "Effi Briest" gelesen und damals zum allerersten Mal gedacht: das ist Literatur, erzählte die Kuratorin der Leitausstellung, Heike Gfrereis. Die Leitaustellung des Fontanejahrs zeigt den Dichter als Vertreter des poetischen Realismus: als Wortsampler und "Schreibdenker". Fontane habe alle modernen Kommunikationsmittel seiner Zeit benutzt, sagte Irena Trivinoff, die im Jubiläumsjahr ein Projekt betreut, dass den Dichter Jugendlichen näherbringen soll. Fontane hätte wahrscheinlich heute auch alle digitalen Medien für sein Schreiben ausgeschöpft und wäre vielleicht sogar zum Blogger geworden, mutmaßte Trivinoff.

Der Schriftsteller, Journalist und Apotheker Theodor Fontane (1819-1898) wird zu seinem 200. Geburtstag in seiner Geburtsstadt mit einer großen Schau geehrt. Mehr als 200 Veranstaltungen sind allein in Neuruppin geplant, darunter Lesungen, Wanderungen, Radtouren und Workshops. Fontane schuf Werke der Weltliteratur wie "Effi Briest" oder "Irrungen, Wirrungen". Mit ihnen zeichnete und prägte er das Bild Preußens im 19. Jahrhundert. In seinen "Wanderungen durch die Mark Brandenburg" beschrieb er die Region so, wie er sie erlebte: rau und liebenswert. "Selten war ein Jubiläum so gegenwärtig", sagte Ministerpräsident Woidke. "Vielleicht, weil Fontane nichts Menschliches fremd war".

Zum Thema Geburtstage schrieb Fontane im Jahr 1880 einmal an den Schriftsteller Bernhard von Lepel:" Die Geburtstage haben das Schlimme, dass man an ihnen geboren wurde und das Gute, dass man (...)voneinander hört"

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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