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Lehrerverband: Klima-Demos dürfen nicht zur Regel werden

Magdeburg  

Lehrerverband: Klima-Demos dürfen nicht zur Regel werden

30.03.2019, 09:25 Uhr | dpa

Lehrerverband: Klima-Demos dürfen nicht zur Regel werden. "Fridays für Future"-Demonstration

Teilnehmer einer "Fridays for Future"-Demonstration in Magdeburg. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/Archivbild (Quelle: dpa)

Der Chef des Philologenverbands hat die Schüler in Sachsen-Anhalt aufgefordert, bei den Protesten für mehr Klimaschutz Maß zu halten. Es sei grundsätzlich positiv zu bewerten, dass sich die Jugend politisch engagiere, sagte Thomas Gaube der Deutschen Presse-Agentur. Es könne aber nicht sein, dass dafür jeden Freitag der gleiche Unterricht ausfalle. Die Schulleitungen seien angehalten, die Schulpflicht durchzusetzen. Jede von ihnen habe aber einen Ermessensspielraum, sagte Gaube, der Schulleiter am Thomas-Müntzer-Gymnasium in Halle ist. Der Philologenverband vertritt die Interessen der Gymnasiallehrer in Sachsen-Anhalt.

Gaube sagte, die Fridays-for-Future-Proteste könnten viel wirkungsvoller sein, wenn am Nachmittag oder an Samstagen mit mehr Beteiligung demonstriert werde. "Das Argument, dass es vielen dabei nur ums Schule schwänzen geht, wäre dann sofort vom Tisch." Die Einschätzung vieler Schüler, dass die Proteste nur Beachtung fänden, weil sie während der Unterrichtszeit stattfänden, teile er nicht.

An seiner Schule habe er sich mit dem Schülerrat zusammengesetzt, um eine gemeinsame Lösung zu finden, sagte Gaube. Für die Klassenstufen 5 bis 9 gelte ohne Wenn und Aber die Schulpflicht. Oberstufenschüler dürften selbst entscheiden, müssten sich aber möglicher Konsequenzen bewusst sein, etwa wenn freitags eine Klausur geschrieben wird. "Wer trotzdem zur Demo geht, fehlt unentschuldigt und bekommt eine entsprechend schlechte Note", sagte Gaube. Zur Regel dürften die freitäglichen Demonstrationen nicht werden. "Ich betrachte das als Ausnahme. Im nächsten Schuljahr muss wieder Alltag sein."

Der Landesschülerrat bewertet es grundsätzlich positiv, dass Schulleiter gemeinsam mit den Schülern den Umgang mit den Protesten festlegen. Manche Schulen stellten die Schüler frei oder verlegten den Unterricht zu den Demonstrationen, sagte der Vorsitzende Niklas Steinhoff. Das politische Engagement der Schüler sei lobenswert. "Aber es gibt eben auch das Gebot der Schulpflicht". Jeder Schüler müsse sich bewusst sein, dass sein Verhalten Konsequenzen haben könne. Darauf weist auch der Landeselternrat hin.

Seit Monaten demonstrieren auch in Sachsen-Anhalt regelmäßig Schüler während der Unterrichtszeit für mehr Klimaschutz. Zu den bislang größten Protesten gingen am 15. März in mehreren Städten insgesamt mehr als 2000 Schüler auf die Straße. Vorbild ist die 16-jährige Schwedin Greta Thunberg. Das Magdeburger Bildungsministerium hat die Schulen angewiesen, Teilnehmerzahlen ans Landesschulamt zu melden. Man wolle die Entwicklung beobachten, hieß es. Unmittelbare Konsequenzen für die Schüler hat das Ministerium aber nicht angekündigt, sondern überlässt die Handhabung den Schulen vor Ort.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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