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Tierversuche von Krebsforschern: Ermittlungen ausgedehnt

Heidelberg  

Tierversuche von Krebsforschern: Ermittlungen ausgedehnt

31.03.2019, 09:50 Uhr | dpa

Tierversuche von Krebsforschern: Ermittlungen ausgedehnt. Behälter mit Mäusen

Eine Mitarbeiterin hält einen Behälter mit Mäusen in einem Labor des Deutschen Krebsforschungszentrums. Foto: Uwe Anspach/Archiv (Quelle: dpa)

Die Staatsanwaltschaft Heidelberg hat ihre Ermittlungen gegen Wissenschaftler wegen möglicherweise illegaler Tierversuche am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) ausgedehnt. Inzwischen liegen drei Anzeigen gegen zwei Frauen und einen Mann vor, wie Tim Haaf, Sprecher der Anklagebehörde, sagte. Eine Anzeige stammt vom Verein "Ärzte gegen Tierversuche". Sie richtet sich gegen eine Ärztin, die eine Studie über die Wirksamkeit einer Therapie für eine bestimmte Krebsart leitete und dabei Mäuse nutzte.

Das Regierungspräsidium Karlsruhe hat nach Angaben von Haaf im Februar zwei Frauen und einen Mann wegen möglicher Verstöße gegen das Tierschutzrecht angezeigt; eine davon ist eine Medizinerin, die mittlerweile nicht mehr am DKFZ arbeitet. Hinzu kommen Anzeigen gegen einen Mann und eine Frau, die an dem Experiment beteiligt waren. Ob die beiden noch am Zentrum tätig sind, ist unklar.

Das Team um die Ärztin untersuchte die Möglichkeiten der Virentherapie beim Ewing-Sarkom, einer bösartigen Krebserkrankung, die gehäuft bei Kindern auftritt. Die Veröffentlichung der Studie im vergangenen Sommer rief Tierschützer auf den Plan. Das DKFZ räumt ein, dass die Forscher den vorgeschriebenen Versuchszeitrahmen von fünf Jahren um sechs Wochen überzogen, eine andere Tumorzelllinie als ursprünglich geplant benutzt und einige Mäuse zu spät eingeschläfert haben. An Tumoren ist aber keines der Tiere gestorben, wie das DKFZ betonte.

Der Fall löste eine Debatte über die Notwendigkeit von Tierversuchen, über Alternativen und die Forderung der Forscher nach flexibleren Regeln für Tierexperimente aus. Das Regierungspräsidium - Genehmigungsbehörde für Tierversuche in seinem Bezirk - äußerte sich vage. Die Prüfung des Vorgehens der Wissenschaftler sei abgeschlossen. Sie habe ergeben, dass neben dem Verdacht einer Ordnungswidrigkeit auch Straftaten vorliegen könnten. Deshalb sei der Vorgang der Staatsanwaltschaft übergeben worden, teilte die Behörde mit ohne Einzelheiten zu nennen. Ob die Genehmigung für die Experimente damit rückwirkend entzogen wird, sei Gegenstand des laufenden Verfahrens.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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