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Pistolen für Kolumbien: Sig Sauer wehrt sich

Kiel  

Pistolen für Kolumbien: Sig Sauer wehrt sich

02.04.2019, 13:13 Uhr | dpa

Pistolen für Kolumbien: Sig Sauer wehrt sich. Prozess um unrechtmäßige Pistolenlieferungen

Zwei der Angeklagten (vorn bzw. hinten r) stehen im Saal des Landgerichtes. Foto: Carsten Rehder (Quelle: dpa)

Die Waffenfirma Sig Sauer aus Eckernförde wehrt sich gegen eine drohende Zahlung in Höhe von 7,4 Millionen Euro für Pistolenlieferungen über die USA nach Kolumbien. Der Rechtsanwalt des Unternehmens stellte am Dienstag vor dem Landgericht Kiel einen entsprechenden Beweisantrag zur sogenannten Gewinnabschöpfung. Die Sig Sauer GmbH & Co. KG sei von einer Vorgängergesellschaft "nichts übertragen worden, was diesem Wert entspricht", sagte der Jurist am Rande der Verhandlung. Über den Antrag hat das Gericht noch nicht entschieden. In dem Prozess müssen sich drei ehemalige Manager der Waffenfirma Sig Sauer Eckernförde verantworten.

Den Angeklagten drohen Bewährungsstrafen von bis zu einem Jahr und zehn Monaten. Staatsanwaltschaft, Verteidiger und das Landgericht Kiel hatten sich Ende Februar auf entsprechende Strafrahmen verständigt. Im Gegenzug legten die drei Angeklagten durch ihre Anwälte vor der 3. Großen Strafkammer Geständnisse ab.

Der Manager der US-Schwester des Waffenherstellers soll eine Bewährungsstrafe von bis zu einem Jahr und zehn Monaten erhalten. Im Raum steht zudem eine Geldstrafe von bis zu 900 000 Euro. Einen weiteren Ex-Manager erwartet eine Bewährungsstrafe von bis zu elf Monaten sowie eine Geldauflage von bis zu 900 000 Euro. Der dritte Angeklagte soll eine Bewährungsstrafe von bis zu elf Monaten und eine Geldstrafe von bis zu 90 000 Euro bekommen.

Laut Anklage sollen die Männer für die Lieferung von mehr als 47 000 Pistolen vom Typ SP 2022 aus Deutschland in die USA zwischen April 2009 und April 2011 verantwortlich sein. Von diesen Waffen wurden mehr als 38 000 nach Kolumbien weiterverkauft - Verkaufswert mehr als 16 Millionen US-Dollar (umgerechnet damals gut 11 Millionen Euro).

Möglicherweise könnten am Dienstagabend nach der Entscheidung über den Antrag des Juristen noch die Plädoyers gehalten werden. Ein Urteil des Landgerichts wäre dann am Mittwoch möglich.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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