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Stevens beschimpft Journalist als "lächerlich"

Gelsenkirchen  

Stevens beschimpft Journalist als "lächerlich"

06.04.2019, 19:30 Uhr | dpa

Stevens beschimpft Journalist als "lächerlich". Huub Stevens

Schalkes Trainer Huub Stevens. Foto: Ina Fassbender (Quelle: dpa)

Gelsenkirchen (dpa) - Der Frust saß tief bei Huub Stevens. Die ersten TV-Interviews und die Pressekonferenz hatte der impulsive "Jahrhunderttrainer" von Schalke 04 nach dem 1:2 (1:1) gegen Eintracht Frankfurt noch ohne emotionalen Ausbruch gemeistert. Doch als er sich dann in Katakomben den Journalisten stellte, reichte nach einer der bittersten Niederlagen seiner langen Karriere eine ihm nicht passende Frage für einen Wutausbruch.

"Grandios, super, dass du diese Frage stellst", sagte Stevens, nachdem er gefragt wurde, ob er das mit Gelb-Rot bestrafte Foul von Suat Serdar in der Nachspielzeit als unnötig erachte. Dem Freistoß folgte das Handspiel von Daniel Caliguiri, das Frankfurts Luka Jovic mit dem spätesten Elfmeter der Bundesliga-Geschichte zum Siegtor nutzte (90.+9). Stevens lobte den kämpferisch Einsatz des Torschützen (21.), und als der Journalist nachhakte, schimpfte der 65-Jährige: "Hör auf! Ich antworte dir nicht mehr. Weg! Du bist lächerlich. Du stehst hier und bist der große Junge, aber du bist lächerlich. Hast du kein Gefühl dafür?"

Später kehrte Stevens zum Thema zurück und meinte: "Schreib morgen, was du willst, mir macht das nix aus. Ich bin in zwei Monaten doch wieder weg. Aber komm nicht mehr an für ein Interview. Das ist vorbei." Von dem Journalisten ließ Stevens keine Nachfrage mehr zu. Dessen Kollegen, der die Fragestellung übernahm, bezeichnete er als "Papagei".

Die Stimmung auf Schalke war damit an diesem Abend endgültig gekippt. Zuvor hatten die Fans noch eine Trotz-Reaktion gezeigt und lautstark ihre Mannschaft gefeiert. Die Profis des abstiegsbedrohten Vizemeisters blickten fassungslos in die Kurve und wussten nicht, was sie von all dem halten sollten.

Die meisten zeigten keine Regung, manche waren den Tränen nahe. Denn so greifbar wie in diesen Sekunden war ein Abstieg aus der Fußball-Bundesliga für Schalke seit vielen Jahren nicht gewesen. "Im Moment scheint es, als sei die ganze Welt gegen uns", sagte Stevens: "Das ist ungerecht." Und dies meinte er gleich in zweierlei Hinsicht. Zum einen, weil seine Mannschaft "bravourös gekämpft hat". Zum anderen, weil er die Strafstoß-Entscheidung als nicht berechtigt empfand. "Wir haben alles getan, um einen Punkt mitzunehmen. Aber wir wurden nicht belohnt wegen bestimmten Dingen von außen."

Der Niederländer monierte ein Foulspiel von Frankfurts Goncalo Paciencia an Daniel Caliguiri, bevor diesem der Ball bei einem Klärungsversuch an die Hand sprang. "Leider darfst du dazu keinen Kommentar geben", sagte der 65-Jährige: "Als Fan darfst du das. Als Trainer kannst du bestraft werden."

Kurios: Sünder Caliguiri beklagte kein Foulspiel, erachtete die Entscheidung aber dennoch als falsch. "Das sieht natürlich scheiße aus", sagte er: "Aber der Ball geht mir erst gegen die Schulter, dann gegen den Arm. Und Schulter ist für mich kein Handspiel." Der frühere FIFA-Schiedsrichter Markus Merk gab als Sky-Experte dem Unparteiischen Sascha Stegemann in der Entscheidung recht. Nur, dass dieser Caliguiri zu sich rief, sei "völlig unnötig" gewesen.

Doch das waren letztlich Nebenschauplätze. Die harten Fakten lauten: Neun Heimniederlagen, nur noch fünf Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. "Ich kann da mitfühlen", sagte sogar Frankfurts Trainer Adi Hütter: "Es tut mir ehrlich leid für Huub Stevens und Schalke."

Dennoch freue er sich "natürlich über den Sieg", fügte der Österreicher an. Denn für sein Team, das durch Ante Rebic erstmals geführt hatte (13.), war er ein echter Meilenstein: Der sechste Liga-Sieg in Folge bedeutete die Einstellung eines Vereins-Rekords und festigte den vierten Tabellenplatz. "Unser Traum von der Champions League lebt", sagte Hütter. Und durfte sich überdies über eine gelungene Generalprobe für das Viertelfinal-Hinspiel in der Europa League am Donnerstag bei Benfica Lissabon freuen.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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