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Windanlagen-Hersteller Senvion meldet Insolvenz an

Hamburg  

Windanlagen-Hersteller Senvion meldet Insolvenz an

09.04.2019, 16:37 Uhr | dpa

Windanlagen-Hersteller Senvion meldet Insolvenz an. Blick auf das Logo von Senvion

Blick am 16.03.2017 in Hamburg auf das Logo des Windkraftanlagen-Herstellers Senvion. Foto: Daniel Bockwoldt/Archiv (Quelle: dpa)

Nach wochenlangen erfolglosen Diskussionen mit Geldgebern und möglichen Investoren hat der Windanlagen-Hersteller Senvion einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Damit solle der Umbau des Konzerns beschleunigt werden, teilte Senvion am Dienstag in Hamburg mit. Das Ziel sei die vollständige Rückkehr zu alter Stärke. "Auch wenn es uns bisher noch nicht gelungen ist, durch eine Refinanzierung etwas mehr Freiraum zu gewinnen, so können wir doch auf ein grundsätzlich solides und starkes Geschäftsmodell bauen", sagte Vorstandschef Yves Rannou.

Der Vorstand muss nun versuchen, einerseits Geld für die Finanzierung des Konzerns einzuwerben und andererseits ein zukunftsfähiges Unternehmen aufzustellen. Ziel des Verfahrens sei es, das zu Jahresbeginn eingeleitete Sanierungsprogramm fortzusetzen. Parallel dazu gingen die Diskussionen mit Anleihegläubigern und Kreditgebern weiter, um die Unterstützung des laufenden Geschäfts sicherzustellen. Nach Informationen aus dem Unternehmen fehlen Senvion rund 100 Millionen Euro, um die Geschäfte weiterzuführen. Zwar gibt es wohl Angebote von Investoren, diesen Betrag bereitzustellen, aber nicht zu einigungsfähigen Bedingungen.

Der Windrad-Hersteller beschäftigt weltweit rund 4000 Mitarbeiter, davon mehr als die Hälfte in Deutschland. Erst 2017 hatte Senvion 730 Stellen gestrichen und die Schließung der Werke in Husum in Nordfriesland und Trampe in Brandenburg sowie Powerblades in Bremerhaven angekündigt. Seitdem werden die Senvion-Windräder in Schleswig-Holstein und Indien konstruiert und in Bremerhaven sowie überwiegend im Ausland gefertigt. Die IG Metall Küste gibt die Zahl der Senvion-Mitarbeiter im Inland mit rund 2100 an. Das Unternehmen hieß bis 2014 Repower Systems.

Senvion hat bereits seit mehreren Jahren keine Gewinne erwirtschaftet. Verantwortlich dafür waren wohl nach Stimmen aus der Branche auch operative Mängel des Unternehmens. Windkraftwerke wurden nicht pünktlich abgeliefert und kamen nicht ins Laufen, was wiederum zu Strafzahlungen führte. Dazu kam ein ständiger Kapitalmangel, der Investitionen ausbremste. Senvion hat seit Jahren keine Gewinne erwirtschaftet; der Jahresabschluss für 2018 liegt noch nicht vor.

Der Mehrheitseigner, der US-Fonds Centerbridge, habe dem Unternehmen in den vergangenen neun Monaten 82 Millionen Euro bereitgestellt und sei außerdem bereit, sich an einer außergerichtlichen Sanierung zu beteiligen. Auch der Aufsichtsrat sowie wesentliche Kreditgeber und Anleihegläubiger unterstützen den Vorstand. "Erfolgsentscheidend ist die Unterstützung von Kunden und Zulieferern", heißt es in der Mitteilung. Senvion verfügt über ein gut gefülltes Auftragsbuch.

Die IG Metall Küste forderte die Unterstützung der Landesregierungen in Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein. "Wir werden auf die Ministerpräsidenten und Wirtschaftsminister zugehen und mit ihnen beraten, welche kurzfristigen Maßnahmen zur Sicherung der Beschäftigung und Standorte möglich sind", sagte Bezirksleiter Meinhard Geiken. Für die Zukunft der Windindustrie in Deutschland sei entscheidend, dass die Bundesregierung umgehend für einen ambitionierteren und verlässlichen Ausbaupfad sorge.

Bislang beziehe sich der Antrag auf die Senvion GmbH und die Tochtergesellschaft Senvion Deutschland, hieß es in der Mitteilung weiter. Im Verlauf der Woche sollen weitere Konzerngesellschaften dazukommen. Die im Mai geplante Hauptversammlung und die Veröffentlichung der Quartalsergebnisse würden auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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