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Sprachexperte: Rechtspopulisten brechen gerne Tabus

Trier  

Sprachexperte: Rechtspopulisten brechen gerne Tabus

10.04.2019, 16:19 Uhr | dpa

Rechtspopulisten brechen nach Untersuchungen von Wissenschaftlern der Universität Trier bewusst sprachliche Tabus, um Aufmerksamkeit zu erzielen. "Problematisch ist beispielsweise der unreflektierte Gebrauch von Wörtern, die historisch vorbelastet sind", sagte Linguist David Römer am Mittwoch in Trier. Als Beispiel nannte er das Adjektiv "völkisch", das im Nationalsozialismus oft verwendet wurde, und das manche rechte Politiker zu reaktivieren versuchten.

"Das Ziel, das mit einer derartigen Sprachwahl erreicht werden soll, ist die öffentliche Aufmerksamkeit", sagte Römer. Medien berichteten dann - und eine Debatte um die politische Korrektheit erzeuge zusätzlich Aufmerksamkeit. Personen am rechten politischen Rand inszenierten sich gerne mit dem Argument, "dass man das doch noch sagen dürfe".

Angesichts dieser Mechanismen seien Aufklärung und Bildungsarbeit wichtig, damit man nicht in die Falle tappe, sagte der Sprachwissenschaftler. Römer und seine Kollegen analysieren Populismus in der deutschen Sprache in Social Media, Wahlprogrammen und Reden. Weitere populistische Sprachstrategien seien Vereinfachungen oder Moralisierung - zum Beispiel, wenn Populisten die Welt in zwei Gruppen - in Gut und in Böse - einteilten.

Nach Ansicht von Römer hat der populistische Sprachgebrauch in den vergangenen Jahren "auf jeden Fall" zugenommen. "Nicht nur Begriffe wie "Asyltourismus" haben in die öffentliche Debatte Einzug gehalten. In gewisser Weise ist Rechtspopulismus salonfähig geworden."

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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