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20 Brennpunkt-Schulen für Millionenförderung ausgewählt

Kiel  

20 Brennpunkt-Schulen für Millionenförderung ausgewählt

23.04.2019, 15:31 Uhr | dpa

20 Brennpunkt-Schulen für Millionenförderung ausgewählt. Schule

Viertklässler einer Grundschule melden sich während des Unterrichts. Foto: Frank Molter/Archivbild (Quelle: dpa)

Die 20 Schulen in Schleswig-Holstein, die eine zusätzliche Förderung am dringendsten nötig haben und erhalten werden, sind ausgewählt. Bildungsministerin Karin Prien (CDU) stellte am Dienstag in Kiel die nach wissenschaftlichen Kriterien ausgesuchten Schulen vor. Sie liegen in sozial benachteiligten Stadtteilen und erhalten vom nächsten Schuljahr 2019/20 an bis zum Schuljahr 2024/25 insgesamt 25,5 Millionen Euro zusätzliche Förderung - genannt "Bildungsbonus". Weitere 40 Schulen sollen in den nächsten zwei Jahren identifiziert werden. Die Gesamtförderung wird bis 2024 insgesamt 50,3 Millionen Euro betragen.

Kriterien für die Auswahl der ersten 20 Schulen waren unter anderem der Migrationshintergrund, Prüfungsergebnisse, die Quote der Sitzenbleiber und der Schüler ohne Abschluss. Ziel sei es insbesondere, die bisher oft dominierende Defizitorientierung an solchen Schulen zu drehen hin zu einem positiven Blick darauf, welche Chancen sich bieten, sagte Prien.

"Mit geht es vor allem um die Schulentwicklung." Deshalb spreche sie auch von "Perspektivschulen", sagte Prien. "Den Begriff Brennpunktschulen werden Sie aus meinem Mund nicht hören." Prien verwies als positives Beispiel auf die Rütli-Gemeinschaftsschule in Berlin Neukölln, die sich laut "Spiegel" vom Problemfall zur Vorzeigeschule entwickelt hat. Nach Hamburg, Berlin und einigen Regionen Nordrhein-Westfalens sei Schleswig-Holstein das erste Flächenland mit einem solchen Förderprogramm, sagte Prien.

Die 20 Schulen im Norden wurden laut Prien am Dienstag über die zusätzliche Förderung informiert. Neun Schulen liegen in Kiel, je zwei in Rendsburg, Flensburg, Neumünster und Lübeck. Je eine Schule ist in Husum und Geesthacht. Zusätzlich gefördert werden neun Grundschulen, fünf Gemeinschaftsschulen mit Grundschulteil, fünf Gemeinschaftsschulen und eine Gemeinschaftsschule mit Oberstufe.

Die drei Staffeln von je 20 Schulen werden unterschiedlich hoch gefördert. So erhalten die Schulen der ersten Staffel rund 230 000 Euro pro Jahr, die weiteren Staffeln je 100 000 beziehungsweise 58 000 Euro. Die Schulen können das Geld weitgehend nach eigener Entscheidung ausgeben - also zum Beispiel für Förderprogramme oder Projekte. Sollten Schulen sich dafür entscheiden, mit dem Geld nur mehr Lehrkräfte einzustellen, um die Lehrer-Schüler-Relation etwas zu senken, wäre das sicher eine wenig phantasievolle Lösung, sagte Prien.

Die Schulen müssen mit dem Ministerium eine Zielvereinbarung treffen, was sie in den nächsten Jahren an Entwicklung erreichen wollen. Um die nächsten 40 Schulen möglichst sachgerecht bestimmen zu können, soll der bisherige Kriterien-Index ergänzt werden durch eine anonyme Befragung der Eltern an rund 200 Schulen - Gemeinschaftsschulen, Grundschulen und Gymnasien. Das gesamt Förderprogramm werde wissenschaftlich begleitet und ausgewertet.

Der SPD-Bildungsexperte Martin Habersaat begrüßte das zusätzliche Förderprogramm, äußerte aber Zweifel an der Wirksamkeit: "Ein Anfang ist gemacht, um den Schulen am Wind in Schleswig-Holstein zu helfen." Für die ersten 20 Schulen stünden bis 2024 rechnerisch jeweils 1,25 Millionen Euro jährlich bereit. "Das wären, wenn alles in Lehrerstellen flösse, fünf Stellen - für eine Gemeinschaftsschule ohne Oberstufe also weniger als eine Stelle pro Jahrgang. Das ist nicht nichts, aber das unterste Maß dessen, mit dem sich eine nachhaltige Wirkung erzielen ließe." Bei einer Ausweitung auf 60 Schulen und dann kleineren Beträgen pro Schule drohe der Effekt zu verpuffen, sagte Habersaat.

Mit den Klassengrößen und Lehrerstellen, die etwa Hamburg erreiche, habe das nichts zu tun. "Dort werden teilweise zweistellige Stellenzahlen pro Schule über den Sozialindex bewegt. Das könnte man in Schleswig-Holstein auch schaffen, aber eben nicht an 60 Schulen oder nicht mit den bisher zur Verfügung gestellten Mitteln", sagte Habersaat. Gerade bei Schulen der letzten Staffel werde sich die Frage stellen, ob es darum gehe, Schulleitungen zur Fortbildung zu schicken oder auch darum, ihnen die benötigten Ressourcen an die Hand zu geben, sagte Habersaat.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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