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Mit Filtern gegen NO2: Anlagen am Neckartor aufgerüstet

Stuttgart  

Mit Filtern gegen NO2: Anlagen am Neckartor aufgerüstet

24.04.2019, 10:44 Uhr | dpa

Mit Filtern gegen NO2: Anlagen am Neckartor aufgerüstet. Filtersäulen am Neckartor werden nachgerüstet

Mitarbeiter der Firma Mann+Hummel rüstet Filtersäulen am Neckartor nach. Foto: Sebastian Gollnow (Quelle: dpa)

Mit neuer Technik an Bord sollen die Feinstaubfilter am Stuttgarter Neckartor künftig auch im Kampf gegen die hohe Belastung mit schädlichem Stickstoffdioxid helfen. Experten des Herstellers Mann+Hummel setzten am Mittwoch speziell entwickelte Aktivkohlefilter in die Anlagen ein, die künftig beides aus der Luft ziehen sollen. Bislang waren die Filter nur für Feinstaub ausgelegt. Das Ganze ist zwar noch ein Pilotprojekt, das Mann+Hummel zusammen mit dem Land und der Stadt betreibt. Der Filterspezialist aus Ludwigsburg ist von seiner Innovation aber überzeugt: Fahrverbote in Innenstädten, betonte er, könnten damit überflüssig werden.

17 solcher Filtersäulen stehen seit Ende des vergangenen Jahres am Neckartor am Straßenrand, sechs weitere sollen im Sommer noch dazukommen. Dann sollen die "Filter Cubes III", wie sie offiziell heißen, zudem nochmals aufgerüstet werden - mit größeren Filtern und stärkeren Lüftern, die Luft einsaugen. Die jetzt eingebauten Systeme sind erst einmal nur eine vorübergehende Lösung, um möglichst schnell beginnen zu können, wie es hieß.

"Nach dem Austausch der Anlagen im August erwartet Mann+Hummel sowohl für Feinstaub als auch für Stickstoffdioxid eine Reduzierung von 10 bis 30 Prozent der lokalen Konzentration", teilte das Unternehmen mit. Das entspreche 40 Prozent aller Stickstoffdioxid- und Feinstaubemissionen, die von vorbeifahrenden Fahrzeugen verursacht würden.

Die Filtersäulen sind Teil des Maßnahmenpakets zur Luftreinhaltung in der Landeshauptstadt, mit dem weitere Fahrverbote für Diesel vermieden werden sollen. Die gelten seit Jahresbeginn für Fahrzeuge mit der Abgasnorm Euro 4 und schlechter. Die Feinstaubwerte waren zuletzt zwar gesunken, und Stuttgart blieb 2018 unter den vorgegebenen Grenzwerten. Grund für die Fahrverbote ist aber Stickstoffdioxid (NO2), und da wurde im vergangenen Jahr an der Messstelle am Neckartor noch ein durchschnittlicher Wert von 71 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft registriert - die höchste registrierte Belastung in Deutschland. Erlaubt ist in der EU ein Jahresmittelwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft.

Bisher - also nur mit der Feinstaubfilterung - hat das Projekt mit den "Filter Cubes" nach Angaben eines Mann+Hummel-Sprechers etwa 600 000 Euro gekostet, die das Unternehmen, das Land und die Stadt zu in etwa gleichen Teilen bezahlen. Für das erweiterte Projekt gebe es noch keine detaillierten Zahlen, hieß es.

Für die Entwickler ist das Pilotprojekt auch ein Test, ob die Technik leistet, was Simulationen vorher in Aussicht gestellt haben. Beim Feinstaub hätten sich die Filter schon bewährt: "Die bisherigen Auswertungen haben gezeigt, dass sie die Konzentration vor Ort um 10 bis 30 Prozent reduzieren können", hieß es. Beim Stickstoffdioxid wird ein Effekt in der gleichen Größenordnung erwartet - nicht nur in Stuttgart, sondern auch in Ludwigsburg, wo bis Ende des Jahres ebenfalls ein ganzer Straßenabschnitt mit "Filter Cubes" ausgerüstet werden soll.

Um die Werte am Stuttgarter Neckartor zu senken, hatte die dortige Straße erst vergangene Woche auch einen neuen Belag bekommen - einen Hightech-Asphalt mit Titandioxid, das Stickoxide in unschädliche Stoffe umwandelt. Ergebnisse dieses Projekt sollen im Sommer vorliegen. Zudem ist geplant, Gebäude des Landes am Neckartor und an weiteren besonders belasteten Straßen mit einer speziellen Farbe zu bestreichen, welche Stickstoffdioxide binden soll. Die Landesregierung ist auf jeden Fall schon sicher: Flächendeckende Fahrverbote in Stuttgart auch für Euro-5-Diesel, die es bisher nicht gibt, werden nicht nötig sein.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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