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Erster E-Bus-Betriebshof der Hamburger Hochbahn eröffnet

Hamburg  

Erster E-Bus-Betriebshof der Hamburger Hochbahn eröffnet

24.04.2019, 12:49 Uhr | dpa

Erster E-Bus-Betriebshof der Hamburger Hochbahn eröffnet. Ein Ladekabel vor Elektro-Bussen

Ein Ladekabel wird vor Elektro-Busse auf dem neuen Betriebshof der Hamburger Hochbahn in Alsterdorf gehalten. Foto: Daniel Bockwoldt (Quelle: dpa)

Die Hamburger Hochbahn hat am Mittwoch ihren ersten Betriebshof für Elektrobusse eröffnet. Die Einrichtung im Stadtteil Alsterdorf ist nach Angaben des Unternehmens für die Wartung und Ladung von 240 Fahrzeugen ausgelegt. Dafür hat der in drei Jahren errichtete Betriebshof ein eigenes Umspannwerk. Die Gesamtanschlussleistung beträgt 25 Megawatt, was dem Bedarf einer Kleinstadt mit 40 000 Einwohnern entspricht.

Derzeit stehen unter den sechs, noch nicht ganz fertiggestellten Carports überwiegend konventionelle Dieselbusse und Autos. Die Hochbahn verfügt nur über vier serienreife Batteriebusse. Ab nächstem Jahr sollen jedoch ausschließlich emissionsfreie Fahrzeuge angeschafft werden. Bis 2030 sollen alle 1000 Busse der Hochbahn ohne Verbrennungsmotor fahren. Dafür brauche man eine leistungsfähige Infrastruktur, sagte Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD). Der 73 Millionen Euro teure Betriebshof sei ein Riesenschritt auf dem Weg zur klimaneutralen Mobilität. Die Helmut-Schmidt-Universität begleitet das Projekt wissenschaftlich.

Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann, bezeichnete den neuen Betriebshof, dessen Bau vom Bund mit zehn Millionen Euro gefördert wurde, als einmalig in Europa. "Hamburg ist heute europaweit spitze", sagte er. Die Bundesregierung wolle die Bürger nicht umerziehen, und von Dieselfahrverboten halte er gar nichts. Stattdessen müssten klimaneutrale Angebote gemacht werden, und die Bürger sollten so reisen, wie sie es für richtig hielten.

Ferlemann betonte zugleich, dass der Strom für die Elektrobusse aus erneuerbaren Quellen kommen müsse, und nicht etwa aus Braunkohlekraftwerken. "Sonst haben wir den Auspuff nur an anderer Stelle." Hochbahn-Chef Henrik Falk versicherte, die Hochbahn nutze zu 100 Prozent Ökostrom.

Die vier ersten Elektrobusse und die 26 weiteren, die in diesem Jahr folgen sollen, haben nach Angaben der Hochbahn eine garantierte Reichweite von 150 Kilometern. Damit sie an kalten Tagen nicht stehen bleiben, sind sie mit einer zusätzlichen Dieselheizung ausgestattet. Für die Einsätze auf den verschiedenen Hamburger Linien werden allerdings Reichweiten von 300 Kilometern gebraucht. Solche Fahrzeuge gibt es noch nicht auf dem Markt.

Die Hochbahn testet zurzeit zwei weitere Elektro-Gelenkbusse mit einer Brennstoffzelle zur Reichweitensteigerung. Nur mit Wasserstoff betriebene Busse bleiben nach den Worten von Tschentscher das Ziel. Von den ersten Testfahrzeugen dieser Art hat sich die Hochbahn aber wieder getrennt. Die vier Brennstoffzellen-Hybridbusse wurden im vergangenen Jahr verkauft. Sie hatten nach Senatsangaben jeweils 1,8 Millionen Euro gekostet, wovon der Bund die Hälfte übernahm. Die jetzt bestellten Batteriebusse - zu den 26 in diesem Jahr erwarteten kommen noch 30 im nächsten Jahr hinzu - kosten laut Hochbahn etwa doppelt so viel wie Dieselfahrzeuge. Bezahlbarkeit und Klimaneutralität stünden ein Stück weit in Konkurrenz, sagte Tschentscher.

Die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH), der zweite große Betreiber von Buslinien in Hamburg, hatten bereits im Januar eine neue Werkstatt für Elektrobusse in Hamburg-Bergedorf in Betrieb genommen. Auch dieser Betriebshof ist allerdings noch nicht ganz fertig, wie Ferlemann sagte. Die beiden dort stationierten Testbusse bereiten zurzeit Probleme und befinden sich nach Angaben einer Unternehmenssprecherin zur Reparatur beim Hersteller in Salzgitter (Niedersachsen).

Auch die VHH wollen von 2020 an für Hamburg nur noch Elektrobusse anschaffen, bis 2030 soll die Flotte nach Angaben von Sprecherin Anja Giercke auf 420 Fahrzeuge wachsen. Im Umland will das Unternehmen 211 moderne Dieselbusse einsetzen. Für Schleswig-Holstein gibt es keine politische Vorgabe zur Umstellung auf Elektromobilität.

Sollte Hamburg den von Tschentscher vorgeschlagenen "Hamburg-Takt" im Nahverkehr einführen, müssten die VHH noch mehr E-Busse anschaffen, wie Giercke andeutete. Tschentscher bekräftigte am Mittwoch das Ziel. Das bedeutet, dass die Fahrgäste spätestens im Jahr 2029 nicht länger als fünf Minuten auf Bus, U- oder S-Bahn oder andere Mobilitätsangebote warten müssten. "Man muss sich immer ambitionierte Ziele setzen, wenn man nicht unter seinen Möglichkeiten bleiben will", sagte der Bürgermeister. Die digitale Linienanzeige der Elektrobusse zeigte zur Eröffnungsfeier den Slogan: "Aus Vision wird Realität".

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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