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Rückkehr von IS-Opfern: Kretschmann schreibt an Jesiden-Rat

Erbil  

Rückkehr von IS-Opfern: Kretschmann schreibt an Jesiden-Rat

30.04.2019, 15:32 Uhr | dpa

Rückkehr von IS-Opfern: Kretschmann schreibt an Jesiden-Rat. Winfried Kretschmann

Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen), Ministerpräsident von Baden-Württemberg. Foto: Hauke-Christian Dittrich/Archivbild (Quelle: dpa)

Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat die Entscheidung des Hohen Jesidischen Geistlichen Rates zur Rückkehr jesidischer IS-Opfer in Irak bedauert. Für die Kinder und Frauen sei das "eine katastrophale Nachricht", sagte der Grünen-Politiker am Dienstag. Vor wenigen Tagen hatte der Rat zwar mitgeteilt, dass alle befreiten Menschen aufgenommen würden, die traumatisiert und gewaltsam zu bestimmten Handlungen gezwungen wurden. Einige Tage später hatte er in einer weiteren Erklärung jedoch explizit klargestellt, dass damit nicht Kinder aus Ehen mit IS-Kämpfern gemeint sind.

Damit sei eine Chance vertan worden, sagte Kretschmann. "Die Frauen und Kinder erfahren jetzt nach dem Martyrium durch die Schergen des IS eine neuerliche Ausgrenzung." Baden-Württembergs Staatsministerin Theresa Schopper (Grüne) habe dem Hohen Rat einen Brief geschrieben, um ihn zu bitten, zu seiner ursprünglichen Haltung zurückzukehren.

Baden-Württemberg hat seit 2015 etwa 1000 Frauen und Kinder aufgenommen, die in Gefangenschaft der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) waren. Die Dschihadisten hatten im August 2014 bei ihrem Feldzug im Nordirak mehr als 10 000 Jesiden im Sindschar-Gebirge eingekesselt. Tausende Frauen und Kinder der religiösen Minderheit wurden gefangen genommen und versklavt, Tausende Männer getötet.

Eine Rückkehr vor allem von Jesidinnen und ihren nach Vergewaltigungen geborenen Kindern von IS-Kämpfern ist schwierig, weil Ehe und Geburt außerhalb der Religionsgemeinschaft nicht akzeptiert sind. Seit der Verschleppung der Frauen sind nach offiziellen Angaben 3425 Menschen aus der Hand des IS befreit worden. Das Schicksal von knapp 3000 Frauen ist noch unklar. Nach Schätzungen sollen etwa 200 Kinder in Gefangenschaft geboren sein.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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