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Rückschlag gegen "Queer"-Bewegung in Europa befürchtet

Heidelberg  

Rückschlag gegen "Queer"-Bewegung in Europa befürchtet

01.05.2019, 08:12 Uhr | dpa

Rückschlag gegen "Queer"-Bewegung in Europa befürchtet. Regenbogenfahne

Die Regenbogenfahne weht während des Umzugs zum Christopher Street Day (CSD). Foto: Wolfgang Kumm/Archivbild (Quelle: dpa)

Die "Queer"-Bewegung befürchtet, dass die Gleichberechtigung von Menschen unterschiedlichster sexueller Orientierung bei den Europawahlen einen Dämpfer erhält. Besonders in Südost- und Osteuropa existierten populistische Strömungen gegen sexuelle Minderheiten, die durch die Wahl gestärkt werden könnten, sagte der LSBTTIQ-Beauftragte der Stadt Heidelberg, Danijel Cubelic, der Deutschen-Presse-Agentur.

Der Begriff "queer" umfasst lesbische, schwule, bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche Menschen sowie die Menschen, die sich einer geschlechtsverändernden Behandlung unterzogen haben (LSBTTIQ).

"Die Populisten in Europa wenden sich in überwiegendem Maße gegen Menschen unterschiedlicher sexueller Orientierung und geschlechtlicher Identität", sagte Cubelic. Sie klammerten sich an überkommene Vorstellungen von heiler Familie mit klaren Zuordnungen.

In Heidelberg treffen sich vom 3. bis Ende Mai Menschen unterschiedlichster sexueller Orientierung zum 11. und nach Angaben der Veranstalter größten deutschen "Queer"-Festival. Während einer zweitägigen Veranstaltung "Queer Europe" kommen Vertreter etwa eines Dutzend europäischer Festivals zusammen, um sich über die Situation in ihren Heimatländern auszutauschen und zu vernetzen. In Deutschland gibt es nach Cubelics Angaben rund 20 Kommunen mit Beauftragten für LSBTTIQ wie ihn.

In Ungarn sei an den Universitäten das Fach Gender Studies, das sexuelle Normen kritisch beleuchtet, abgeschafft worden, in Polen und Lettland gebe es Bestrebungen Gleichheitsmärsche zu untersagen, sagte der Religions- und Islamwissenschaftler. In Bulgarien sei die Förderung für die "Queer"-Community zurückgefahren worden.

In Deutschland seien Beschimpfungen und Beleidigungen von Menschen unterschiedlichster sexueller Orientierung zwar in den Hintergrund getreten. Dafür seien die Betroffenen aber vermehrt mit dem Phänomen des Voyeurismus konfrontiert, sagte Cubelic. So würden sie verstärkt nach ihren sexuellen Praktiken oder sogar ihren Genitalien gefragt. Er verwies dazu auf eine Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes zur "Arbeitssituation lesbischer, schwuler, bisexueller und Trans*-Beschäftigter in Deutschland". Demnach fühlen sich drei Viertel der Befragten in mindestens einer Form diskriminiert. Etwa zwei Drittel davon gaben an, "voyeuristisch-gesteigerte Auseinandersetzung" erlebt zu haben.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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