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Fahrradstadt? Immer mehr Autos fahren durch Hamburg

Hamburg  

Fahrradstadt? Immer mehr Autos fahren durch Hamburg

14.05.2019, 11:48 Uhr | dpa

Fahrradstadt? Immer mehr Autos fahren durch Hamburg. Fahrrad vor Hafen

Ein Mann und einen Frau neben einem Fahrrad am Elbstrand. Foto: Axel Heimken/Archivbild (Quelle: dpa)

Seit mehreren Jahren investiert Hamburg viel Geld, um Fahrradstadt zu werden. Gleichzeitig aber steigt die Zahl der in Hamburg zugelassenen Autos stetig. Allein im Vergleich zum Vorjahr ist der Bestand um rund 11 000 Fahrzeuge angewachsen, wie aus Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes hervorgeht. Damit hatten Hamburger zu Jahresbeginn genau 794 618 Autos auf sich angemeldet. Das sind 434 Personenkraftwagen pro 1000 Einwohner.

Im Vergleich zum Vorjahr sind das zwar vier weniger. Auf lange Sicht aber ist die Zahl deutlicher gestiegen: 2010 waren in Hamburg fast 715 500 Autos zugelassen und damit 404 Pkw pro 1000 Einwohner. Zuvor hatte das "Hamburger Abendblatt" (Dienstag) darüber berichtet.

Einen Lichtblick in Sachen Umweltfreundlichkeit gibt es dennoch: Obwohl ihr Anteil noch gering ist, ist die Zahl der komplett oder teilweise mit Strom oder Gas betriebenen Autos gestiegen. So hat sich allein die Zahl der Hybrid-Fahrzeuge von 5053 auf 8321 Autos erhöht. Zudem fahren mittlerweile 2233 ausschließlich durch Elektromotor angetriebene Autos durch Hamburg. Im Vorjahreszeitraum waren es fast 1000 weniger gewesen.

Hamburg fördert seit einigen Jahren verstärkt den Fahrradverkehr. Im Juni vergangenen Jahres waren mehr als 100 Kilometer Radverkehrsanlagen gebaut worden und mehr als 150 Kilometer waren zudem in Planung. Zudem hatte der rot-grüne Senat 2017 fast 20 Millionen Euro in den Ausbau des Radverkehrs investiert. Die Ausgaben für den Radverkehr liegen demnach bei 10,56 Euro pro Einwohner.

Die Zahl der zugelassenen Fahrzeuge steht allerdings im Widerspruch zum Anteil des Autoverkehrs am Gesamtverkehrsaufkommen, der in Hamburg seit Jahren rückläufig ist. Laut der jüngsten "Mobilität in Deutschland"-Studie des Bundesverkehrsministeriums sank er zwischen 2002 und 2017 von 47 auf 36 Prozent. Zugleich legten Rad- und öffentlicher Nahverkehr von 9 auf 15 Prozent beziehungsweise von 19 auf 22 Prozent zu. 27 Prozent machte demnach der Fußverkehr aus.

Um der größeren Zahl der Autos in der Stadt Herr zu werden, fordert die CDU eine "echte grüne Welle", die durch eine intelligente Steuerungselektronik der Ampelanlagen erreicht werden soll. Der Stau sei die "Mutter aller Verkehrsprobleme", heißt es in einem Antrag der Fraktion. "Egal ob Unfälle, Luftschadstoffe oder steigende Transportkosten: Stau schadet den Menschen, der Umwelt und der Wirtschaft gleichermaßen."

Die FDP warf dem rot-grünen Senat vor, kein Konzept für die Mobilität der Zukunft zu haben. "Die Rekordzahl zugelassener Kraftfahrzeuge ist zudem ein deutliches Signal der Bürgerinnen und Bürger gegen die von SPD und Grünen erträumte "Fahrradstadt"", sagte der Verkehrsexperte der Fraktion, Ewald Aukes. "Deshalb fordern wir ein Ende der Nadelstichpolitik gegen den motorisierten Verkehr und ein Ende der sinnlosen Parkraumvernichtung."

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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