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Arznei-Rückstände im Wasser: Backhaus mahnt

Schwerin  

Arznei-Rückstände im Wasser: Backhaus mahnt

16.05.2019, 13:05 Uhr | dpa

Arznei-Rückstände im Wasser: Backhaus mahnt. SPD-Politiker Till Backhaus

SPD-Politiker Till Backhaus. Foto: Danny Gohlke/Archivbild (Quelle: dpa)

Umweltminister Till Backhaus (SPD) hat zu einem sparsameren Umgang mit Medikamenten aufgerufen, weil deren Rückstände in die Gewässer gelangen. Fließ- und Küstengewässer, Grundwasser und ausgewählte Kläranlagen wurden auf insgesamt 51 Substanzen getestet, wobei Rückstände von 39 Arzneimitteln in Fließgewässern und von 20 im Meer nachgewiesen wurden, teilte das Umweltministerium mit. Zuvor hatte die "Schweriner Volkszeitung" berichtet. Häufig entdeckt wurden demnach unter anderem der Schmerzmittelwirkstoff Diclofenac, Betablocker, Antiepileptika und Röntgenkontrastmittel.

Das Problem sei, dass selbst moderne Kläranlagen Probleme hätten, Arzneien aus dem Wasser zu filtern. Das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (Lung) messe in Seen, Flüssen und der Ostsee an mehr als 220 Messstellen. Das Grundwasser werde mit 270 Messstellen überwacht - nur an sehr wenigen seien Arzneirückstände in niedrigen Konzentrationen gefunden worden. "Für das Trinkwasser ergibt sich aus diesen Messwerten nach heutigem Stand der Wissenschaft keine Gesundheitsgefahr", sagte Backhaus. Dass die Überreste aber selbst in Küstengewässern, in denen die Rückstände stärker verdünnt werden, gefunden wurden, zeige, dass etwas passieren muss, sagte er.

Damit weniger Medikamente in die Umwelt gelangen, müsse der Bedarf durch gute Gesundheitsvorsorge gesenkt, die Entsorgung alter Medikamente verbessert und mehr umweltfreundliche Arzneimittel auf den Markt kommen, sagte Backhaus. "Hier stehen wir noch am Anfang eines langen Weges." Auch die Tiermedizin trage zu den Funden im Wasser bei. Das Bundesumweltministerium arbeitet den Angaben zufolge an einer Strategie. Erste Vorschläge, die sich an Firmen, Umweltverbände, die Wasserwirtschaft sowie Länder und Kommunen richteten, seien im März vorgelegt worden und würden nun ein Jahr lang getestet. Das Lung solle bis Ende des Jahres einen ausführlichen Bericht veröffentlichen.

Die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) riet beim Baden in Seen zur Vorsicht, weil auch multiresistente Keime und Magen-Darm-Erreger in die Gewässer gelangen. Das Risiko sich anzustecken, sei für gesunde Menschen aber gering. Menschen mit offenen Wunden oder geschwächtem Immunsystem sollten jedoch lieber auf das Bad verzichten.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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