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Amri-Experte: Leben als Dealer und Islamist kein Widerspruch

Berlin  

Amri-Experte: Leben als Dealer und Islamist kein Widerspruch

17.05.2019, 11:46 Uhr | dpa

Amri-Experte: Leben als Dealer und Islamist kein Widerspruch. Amri-Attenat

Fahndungsfotos des für den Terroranschlag von Berlin verantwortlichen Tunesiers Anis Amri hängen in einer Wache. Foto: A. Dedert/dpa/Archiv (Quelle: dpa)

Das parallele Leben des Weihnachtsmarkt-Attentäters Anis Amri als Kleinkrimineller und Islamist ist nach Einschätzung eines Experten keineswegs ungewöhnlich gewesen. Viele der Männer, die sich damals Richtung Salafismus bewegt hätten, seien vorher als Kleinkriminelle tätig gewesen, sagte der Islam-Wissenschaftler und Verfassungsschutzmitarbeiter Olaf Farschid am Freitag im Berliner Untersuchungsausschuss zu dem Terroranschlag auf den Weihnachtsmarkt 2016.

Gerade wenn die Männer Drogenkonsumenten und Kriminelle gewesen seien - "also nicht gerade ein vorbildliches Leben als Moslem geführt hätten" - sei der Salafismus für sie attraktiv, sagte Farschid. "Das liegt natürlich daran, dass Salafisten ein reinigendes Angebot machen. Komm zu uns und Du kannst dich reinigen, sagen sie." Das hätten manche angenommen, um sich von ihrem vorherigen leben zu läutern. "Das passierte schon öfter, das sieht man, auch wenn man die Terroristen in anderen Ländern ansieht."

Farschid wies zudem darauf hin, dass in der Ideologie von radikalen Islamisten kriminelle Handlungen, die dem Kampf gegen Feinde dienten, ausdrücklich erlaubt seien. "Da gibt es Erlaubnisse und Begründungen. Selbst aus sehr strenger Sicht von Dschihadisten. Das ist der Mittel zum Zweck." Das gelte auch für illegale Tätigkeiten zur Beschaffung von Geld, wenn es dem richtigen Zweck diene. Amri hatte lange Drogen verkauft und konsumiert. Für die Kriminalpolizei war das einer von mehreren Gründen, ihn im Sommer 2016 nicht mehr für so gefährlich zu halten.

Der Tunesier Amri steuerte 2016 einen schweren LKW in den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche. Zwölf Menschen starben, mehr als 70 wurden verletzt.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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