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Commerzbank justiert Kurs nach Fusions-Aus

Frankfurt am Main  

Commerzbank justiert Kurs nach Fusions-Aus

18.05.2019, 10:53 Uhr | dpa

Commerzbank justiert Kurs nach Fusions-Aus. Commerzbank-Zentrale in Frankfurt

Die Zentrale der Commerzbank ist nach Sonnenuntergang zu sehen. Foto: Arne Dedert/Archivbild (Quelle: dpa)

Wie geht es weiter mit der Commerzbank nach dem Platzen des Fusionstraums? Im Herbst will der Vorstand seinen Plan für die nächsten Jahre vorlegen. Die Aktionäre dürften schon bei der Hauptversammlung an diesem Mittwoch (22.5.) in Wiesbaden auf Antworten drängen. Schon am Tag vor der Hauptversammlung (21.5.) kommt der Aufsichtsrat zu einer Sondersitzung zusammen. Vor allem die Arbeitnehmervertreter in dem Kontrollgremium verlangen Klarheit über die künftige Strategie, nachdem die Gespräche mit der Deutschen Bank beendet wurden.

Der Aktienkurs dümpelt vor sich hin, im Herbst verdrängte ausgerechnet der aufstrebende Zahlungsabwickler Wirecard den Frankfurter Dax-Dino Commerzbank aus der ersten deutschen Börsenliga. Und auch zehn Jahre nach der Rettung mit Steuermilliarden haftet der Großbank das ungeliebte Attribut "teilverstaatlicht" an.

Dass die Wachstumsmöglichkeiten auf dem umkämpften deutschen Markt begrenzt sind, daraus macht Commerzbank-Chef Martin Zielke keinen Hehl. "Es braucht Zeit, um Marktanteile substanziell zu steigern", erklärte Zielke während der Gespräche mit der Deutschen Bank über einen möglichen Zusammenschluss. "Nur mit deutlich höheren Marktanteilen werden sich die notwendigen Investitionen rechnen."

Weil die Commerzbank kräftig die Werbetrommel rührt, gelingt es dem Institut mit wachsenden Kundenzahlen die Erträge - also die gesamten Einnahmen - einigermaßen stabil zu halten. Doch keineswegs ausgemacht ist, dass die Rechnung aufgeht, auf einer breiteren Basis aus Privat- und Unternehmerkunden langfristig auch mehr Gewinn zu machen.

In den ersten drei Monaten 2019 sanken die Erträge. Zugleich war die Steuerlast höher als ein Jahr zuvor. Die Folge: Gewinneinbruch. Unter dem Strich verdiente die Commerzbank 120 Millionen Euro und damit über die Hälfte weniger als im ersten Quartal 2018 (262 Mio Euro).

Harter Preiskampf herrscht bei Privatkunden und Mittelstand - zwei Hauptgeschäftsfeldern der Commerzbank. Niedrige Zinsen und hohe Regulierungskosten belasten die Branche zudem. Auf dem hiesigen Markt seien "international wettbewerbsfähige Renditen derzeit nicht zu erzielen", hatte Zielke im Februar gesagt.

Doch weil aus der großen Bankenhochzeit mit der Deutschen Bank nichts wird, muss die Commerzbank sich zunächst weiterhin alleine behaupten. Oder greift womöglich doch ein ausländisches Haus nach dem Institut - etwa die italienische Unicredit oder die niederländische ING? Auch bei der Hauptversammlung der Deutschen Bank einen Tag später (23.5.) wird das Fusionsthema sicher eine größere Rolle spielen.

Commerzbank-Chef Zielke hatte nach Ende der Fusionsgespräche mit der Deutschen Bank die Stärke seines Hauses betont. Das Institut, dessen größter Anteilseigner mit gut 15 Prozent der deutsche Staat ist, sei "alleine stark genug". Für das Gesamtjahr 2019 peilt der Vorstand "unter dem Strich ein leicht höheres Konzernergebnis als im Vorjahr" an. Im vergangenen Jahr waren es 865 Millionen Euro.

Für das Geschäftsjahr 2018 sollen die gebeutelten Aktionäre eine Mini-Dividende von 20 Cent je Anteilsschein bekommen, die Hauptversammlung muss dies noch billigen. Es wäre die zweite Gewinnausschüttung der Commerzbank seit der Rettung des Instituts in der Finanzkrise 2008/2009. Für das Geschäftsjahr 2019 dürfen die Anteilseigner auf eine Ausschüttung in vergleichbarer Höhe hoffen.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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