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Forscher untersucht Comics: Spektakel als besondere Qualität

Gießen  

Forscher untersucht Comics: Spektakel als besondere Qualität

19.05.2019, 10:02 Uhr | dpa

Forscher untersucht Comics: Spektakel als besondere Qualität. Kultursoziologe Jörn Ahrens

Der Kultursoziologe Jörn Ahrens, der sich der Darstellung von Gewalt im Comic gewidmet hat. Foto: Ahrens/Privat/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Kreisch, Bumm, Bang: Comics sind oftmals schrill und überzeichnet - was aus Sicht des Gießener Kultursoziologen Jörn Ahrens ihre besondere Kompetenz ausmacht. "Man kann Comics begreifen als ein Stück der Massenkultur und des Spektakels", sagt der Wissenschaftler, der eine neue Studie zu dem Genre vorgelegt hat. Das sei aber nicht trivial oder primitiv - wie es dem Genre früher häufig vorgeworfen wurde. "Der Comic ist ein Medium, das unterhalten will. Aber er findet Drehs, das so zu wenden, dass eine sehr anspruchsvolle Ebene sowohl ästhetisch als auch in der Erzählung entsteht."

Der Professor für Kultursoziologie an der Uni Gießen hat sich in seiner Untersuchung insbesondere der Darstellung von Gewalt im Comic gewidmet. Der zumindest früher häufig vorgebrachte Vorwurf sei: "Comics verrohen, machen gewalttätig, lösen Aggressionen aus, weil sie Bilder präsentieren, die ungefiltert Gewalt zeigen. Ich argumentiere dagegen." Und das hat nach Ahrens' Einschätzung gerade mit dem Spektakel und der Übertreibung in den Bildgeschichten zu tun.

"Der Befund ist der, dass der Comic als Medium eine Bildsprache findet, die - ganz anders als beispielsweise im Film - viel weniger nah an der Realität dran ist", erläutert der Forscher ein Ergebnis seiner Untersuchung, die den Titel "Überzeichnete Spektakel. Inszenierungen zu Gewalt in Comics" trägt. "Comic ist immer nachgezeichnete Realität. Wir haben durch das Gezeichnete immer eine Distanz. Und ich halte die Leser für klug genug, das auch zu sehen und zu verstehen." Der Comic lädt zur "Überzeichnung, zur grotesken Darstellung ein, und die Überzeichnung macht dann nochmal deutlich: Hier handelt es sich um etwas Nicht-Reales".

Comics erfreuen sich in Deutschland wachsender Beliebtheit. Nach Angaben des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels sind die Umsatzanteile der Warengruppe "Comic, Cartoon, Humor, Satire" zuletzt leicht gestiegen, von 7,7 Prozent im Jahr 2015 auf 8,5 Prozent 2017. Eine große Rolle spielen sie demnach im Bereich der Übersetzungen mit einem Anteil von zuletzt 15,2 Prozent. Im Jahr 2017 wurden 1500 Comics ins Deutsche übertragen, knapp 100 mehr als ein Jahr zuvor.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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