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Muttermilchbanken helfen Frühchen beim Start ins Leben

Wolfsburg  

Muttermilchbanken helfen Frühchen beim Start ins Leben

20.05.2019, 03:57 Uhr | dpa

Muttermilchbanken helfen Frühchen beim Start ins Leben. Fläschchen mit Muttermilch stehen in einem Kühlschrank

In einem Kühlschrank in einem Kinderkrankenhaus stehen Fläschchen mit Muttermilch. Foto: Holger Hollemann/Archivbild (Quelle: dpa)

Zur optimalen Versorgung von Frühchen und kranken Neugeborenen haben drei niedersächsische Krankenhäuser Muttermilchbanken eingerichtet. Nach Vechta und Hannover wurde am Montag der Standort am Klinik Wolfsburg vorgestellt. "Wir freuen uns über Spenden von gesunden Frauen, die über den Bedarf des eigenen Kindes hinaus Muttermilch zur Verfügung haben", sagte Oberärztin Nele Howold. Die Milch werde hauptsächlich zur Versorgung von sehr kleinen Frühchen genutzt, die oft viele Wochen auf der Intensivstation liegen.

Muttermilch gilt als beste Nahrungsform für Säuglinge. Vor allem bei Frühgeborenen kann sie nach Auskunft von Kinderärzten unter anderem vor schwerwiegenden Darmerkrankungen schützen. In den Banken wird Milch von stillenden Müttern entgegengenommen, die in dem entsprechenden Krankenhaus gerade entbunden haben und von dem Zuviel an eigener Milch etwas abgeben können. "Wichtig ist dabei, dass dieser Prozess zusammen mit einer Stillförderung und Informationen abläuft", betonte die Wolfsburger Ärztin Howold. "Es geht nicht darum, einfach nur die Muttermilch zu ersetzen."

Die Spenderin werde ähnlich wie bei einer Blutspende auf Risiken untersucht, die Milch auf bakteriologische Verunreinigungen geprüft, hatte Anja Rudolph, Leiterin der Milchbank im Kinder- und Jugendkrankenhaus Auf der Bult in Hannover bei der Eröffnung dort erläutert. Denn ein zentrales Ziel ist es, einer medizinisch und ethisch unkontrollierten Abgabe von Muttermilch vorzubeugen. "Der Handel auch im Netz ist tatsächlich ein Problem", bestätigte Howold.

Die Fraktionen von SPD und Grünen hatten im Sommer 2016 den Antrag zur Einrichtung einer Muttermilchbank in den niedersächsischen Landtag eingebracht und waren auf parteiübergreifende Zustimmung gestoßen. Mit großer Sorge werde eine spürbare Zunahme des privaten Handels und des Internethandels von Muttermilch beobachtet, der Risiken für die Frühgeborenen berge, hieß es darin. Auslöser war eine Internetseite, auf der privat mit Muttermilch gehandelt wurde.

"Wir wollen Mütter dazu motivieren, wenn möglich Milch zu spenden", sagte Howold. Im Bestfall würden Mütter, deren Kinder Milch empfangen haben, später selbst zu Spenderinnen. Die ersten Zahlen aus Hannover und Vechta stärken diese Hoffnung. In Hannover wurden nach Angaben des Ministeriums seit Dezember 2018 bereits 43 Frühgeborene versorgt. Im Marienhospital in Vechta waren es bislang zwei Frühchen, die von regelmäßigen Spenden profitierten.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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