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Anschlag mit Handgranate: Gefängnisstrafen für Cousins

Berlin  

Anschlag mit Handgranate: Gefängnisstrafen für Cousins

22.05.2019, 11:54 Uhr | dpa

Anschlag mit Handgranate: Gefängnisstrafen für Cousins. Justitia

Eine modellhafte Nachbildung der Justitia. Foto: Volker Hartmann/Archiv (Quelle: dpa)

Zwei Cousins warfen eine Handgranate in eine Bar in Berlin-Kreuzberg, um sich für tödliche Schüsse auf ihren Verwandten, den Intensivtäter Nidal R., zu rächen. Sieben Monate nach der Tat hat das Landgericht die beiden Männer zu Jugendstrafen verurteilt. Vier Jahre Haft ergingen am Mittwoch gegen einen 20-Jährigen, zwei Jahre und sechs Monate Haft erhielt ein 21-Jähriger. Sie hätten mit dem Sprengstoffanschlag im Oktober 2018 Rache nehmen wollen und sich über das Gesetz gestellt, hieß es im Urteil.

Beide Angeklagte wurden der Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion sowie der Sachbeschädigung schuldig gesprochen, der 20-Jährige zudem des Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz sowie gegen das Waffengesetz. "Die Tat hatte erhebliches Gefährdungspotential für Menschen und Sachen", so das Gericht. Die Angeklagten hätten "die Spirale von Gewalt und Gegengewalt weitergedreht". Vermeintliche "großfamiliäre Loyalität" sei über das Gesetz gestellt worden. "Das ist in einem Rechtsstaat nicht hinnehmbar."

Der 36-jährige Nidal R., Intensivtäter aus einer arabischstämmigen Großfamilie, war im September 2018 von bislang unbekannten Tätern erschossen worden. Die beiden Angeklagten hatten erklärt, nach der Tötung ihres Cousins R. hätten sie "etwas tun" und ein "Zeichen" setzen wollen. Dabei hätten sie allerdings darauf geachtet, dass Menschen nicht verletzt werden. Der Anschlag sei aber ein "großer Fehler" gewesen, so die geständigen Männer.

Die Angreifer waren im Oktober 2018 mit einem Auto vor die Shisha-Bar in der Oranienstraße gefahren. Bilder einer Überwachungskamera belegen: Gegen 4.30 Uhr am Morgen stiegen zwei der drei Täter aus. Einer schlug mit einem Hammer ein Loch in die Fensterscheibe des Lokals. Der zweite Mann warf eine entsicherte Handgranate in den Raum. Es entstand erheblicher Sachschaden.

Initiator des Anschlags sei der 20-Jährige gewesen, sagten die Richter. Er habe aufgrund von Gerüchten, in denen ein Mitinhaber der Bar als möglicher Mitverantwortlicher für die Schüsse genannt wurde, Rache nehmen und dem Mann wirtschaftlich schaden wollen. Die Staatsanwältin hatte auf Strafen von vier Jahren beziehungsweise drei Jahren und drei Monaten plädiert. Die Verteidiger beantragten maximal drei Jahre Haft für den 20-Jährigen sowie 18 Monate Haft auf Bewährung für den Mitangeklagten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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