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Kabinett billigt vereinfachten Wolfs-Abschuss

Berlin  

Kabinett billigt vereinfachten Wolfs-Abschuss

22.05.2019, 12:44 Uhr | dpa

Kabinett billigt vereinfachten Wolfs-Abschuss. Ein Wolf blickt in die Kamera

Ein Wolf blickt in die Kamera. Foto: Swen Pförtner/Archivbild (Quelle: dpa)

Nach Wolfsrissen soll es künftig einfacher sein, die Raubtiere in der Region abzuschießen. Das Bundeskabinett billigte am Mittwoch in Berlin einen Gesetzentwurf von Umweltministerin Svenja Schulze (SPD), der den Abschuss von Wölfen auch dann ermöglicht, wenn unklar ist, welches Tier genau zum Beispiel die Schafherde angegriffen hat. Es können so lange Wölfe geschossen werden, bis es keine Schäden mehr gibt, auch wenn damit ein ganzes Wolfsrudel getötet wird. Die Behörden müssen aber jeden Fall genehmigen, es gibt zeitliche und räumliche Grenzen. Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) erklärte, sie halte die Maßnahmen für nicht ausreichend.

Die Pläne sehen vor, dass künftig schon "ernste" Schäden für die Abwehr ausreichen. Sie müssen nicht mehr "erheblich" sein. Das Füttern und Anlocken wilder Wölfe soll ausdrücklich verboten werden, damit sie sich nicht an die Nähe von Menschen gewöhnen. Mischlinge aus Wolf und Hund, sogenannte Hybriden, sollen geschossen werden.

Agrarministerin Klöckner erklärte, angesichts der "rasch zunehmenden Wolfspopulation und den damit ebenfalls zunehmenden Nutztierrissen" halte ihr Ministerium weitere Schritte für nötig. Sie will die "Entnahme einer begrenzten und behördlich spezifizierten Anzahl von Wölfen unter strenger Kontrolle, selektiv und in beschränktem Ausmaß" zulassen, auch wenn es keine Schäden an Nutztieren gab - sprich, der Abschuss soll auch vorbeugend ermöglicht werden, nicht erst als Reaktion auf Schäden. Änderungen könnten nun im parlamentarischen Verfahren kommen, teilte das Agrarministerium mit.

In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg haben sich die streng geschützten Wölfe stark ausgebreitet. Die Oberlausitz in Ostsachsen etwa ist eines der am stärksten von Wölfen besiedelten Gebiete in Europa. Seit Jahren gibt es zwischen Ländern und Bund, Tierbesitzern und Tierschützern Streit darüber, wie damit umgegangen werden soll, dass Wölfe immer mehr Schafe und andere Nutztiere reißen.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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