Sie sind hier: Home > Regional >

Mutmaßliche IS-Anhängerinnen vor Gericht

Hamburg  

Mutmaßliche IS-Anhängerinnen vor Gericht

22.05.2019, 14:26 Uhr | dpa

Die Bundesanwaltschaft geht verstärkt gegen weibliche IS-Anhänger vor und bringt zwei weitere Frauen in Deutschland vor Gericht. Einer 41-jährigen Islamistin soll in Hamburg der Prozess gemacht werden, einer 26-Jährigen in Düsseldorf, wie die Karlsruher Behörde am Mittwoch mitteilte. Der erste Fall steht im Zusammenhang mit früheren Plänen für einen großen Terroranschlag in Deutschland. Beide Frauen sind Deutsche und befinden sich seit ihren Festnahmen im Dezember und November in Untersuchungshaft.

Die Anschlagspläne sind seit Oktober öffentlich bekannt. Die Bundesanwaltschaft bestätigte damals Medienberichte, wonach 2016 drei Teams von Attentätern der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) nach Deutschland aufbrechen sollten. In der aktuellen Mitteilung ist von einem "Anschlag mit zahlreichen Todesopfern auf eine nicht näher ermittelte Großveranstaltung" die Rede. Eine zentrale Rolle soll dabei ein 2015 nach Syrien ausgereistes deutsches Ehepaar gespielt haben.

Die 41-Jährige hatte den Ermittlungen zufolge regelmäßig Kontakt zu der Ehefrau. Ihr wird vorgeworfen, für diese mit einer unter falschem Namen registrierten Handynummer Accounts bei den Messenger-Diensten Telegram und WhatsApp und auf Facebook angelegt zu haben. Außerdem soll sie sich im September 2016 bereit erklärt haben, einen eingeschleusten Attentäter bei sich aufzunehmen und zu heiraten. Zwei Kandidaten hätten daraufhin versucht, von Syrien Richtung Deutschland auszureisen, das Vorhaben scheiterte allerdings.

Die 26-Jährige hatte den Ermittlern zufolge 2014 in Syrien einen IS-Kämpfer geheiratet und mit diesem ein Kind bekommen. Sie ist angeklagt, weil sie mit ihrer Familie in Wohnungen und einem Haus gewohnt haben soll, deren rechtmäßige Bewohner vom IS vertrieben wurden oder vor diesem flohen. Das bewertet die Bundesanwaltschaft als Verstoß gegen das Völkerrecht. Die Frau habe außerdem das Schießen gelernt und einen für ein Selbstmordattentat geeigneten Sprengstoffgürtel besessen. Sie ist seit 2017 zurück in Deutschland.

Die Anklagen wurden bei den Staatsschutzsenaten des Hanseatischen Oberlandesgerichts (OLG) und des OLG Düsseldorf erhoben. Generalbundesanwalt Peter Frank hatte Anfang 2018 angekündigt, verstärkt auch gegen weibliche IS-Anhänger vorgehen zu wollen.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail


shopping-portal