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Urteil nach Leichenfund: Zehn Jahre Haft für Ehemann

Bielefeld  

Urteil nach Leichenfund: Zehn Jahre Haft für Ehemann

06.06.2019, 11:31 Uhr | dpa

Urteil nach Leichenfund: Zehn Jahre Haft für Ehemann. Justitia

Eine Statue der Justitia mit einer Waage in ihrer Hand. Foto: D.- W. Ebener/Archiv (Quelle: dpa)

Die Leiche wurde rund ein Jahr nach der Tat in einer Bielefelder Garage gefunden: Für den Tod seiner Ehefrau soll ein Mann aus Bünde im Kreis Herford für zehn Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht Bielefeld verurteilte den 49-Jährigen am Donnerstag wegen Totschlags. Die Richter gingen dabei davon aus, dass er 2017 seine 34-jährige Ehefrau nach einer angedrohten Trennung erwürgte, weil er Angst hatte, das gemeinsame Kind nicht mehr sehen zu können. Nach der Tat versteckte der wegen Betrugs vorbestrafte Deutsche dem Urteil zufolge die Leiche in der Garage. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der Vorsitzende Richter Christoph Meiring sprach von einer vorsätzlichen Tat. Die Kammer habe überlegt, ob die Tat auch als Mord bewertet werden könnte, so Meiring in der Urteilsbegründung. Doch das Mordmerkmal niedriger Beweggrund treffe wegen der Angst um das Kind nicht zu. Im Prozess hatte der 49-Jährige einen Sexunfall für den Tod der Frau verantwortlich gemacht. Das Gericht bezeichnete diese Darstellung als abscheuliche Lüge.

Das Gericht blieb mit seinem Urteil unter der Forderung von Staatsanwaltschaft und Nebenklage, die 11 und 13 Jahre Haft gefordert hatten. Die Verteidiger hatten sich für eine Strafe unter zehn Jahren ausgesprochen.

Als besonders bedrückend bezeichnete der Vorsitzende Richter den Moment, als Sprachnachrichten der Verstorbenen im Prozess vorgespielt wurden. Die Aufzeichnungen belegten nach Ansicht des Gerichts, dass die Frau verzweifelt um die Ehe gekämpft habe. "Unser Mitgefühl gilt besonders den Eltern, die das Verfahren von Anfang begleitet und durchgestanden haben", sagte Meiring.

Er bezeichnete die Familiensituation des Paares mit einem gemeinsamen Kind und Nachwuchs aus anderen Beziehungen als hochexplosiv. Demnach wurden die Kinder gegenüber dem anderen Elternteil ausgespielt. "Beide zogen bei der Erziehung nicht an einem Strang." Wobei das Gericht auch betonte, dass das Opfer an der Situation eine Mitschuld trug. So habe sie eine Familientherapie abgelehnt.

Beim Urteil angerechnet hatte das Gericht, dass der 49-Jährige am Ende die Verantwortung für die Tat übernommen hatte. Echte Reue habe er jedoch nicht gezeigt. Gewalt sei für ihn untypisch gewesen. Aber er habe einen Hang zu Betrügereien gehabt, wie eine Vorstrafe belege. Auch habe es Geheimtreffen innerhalb der Familie gegeben, von der die Mutter nichts wusste. Über das Internet hatte der Mann mit Frauen in Südamerika Kontakt, wie die Ermittlungen ergeben hatten.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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