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Der Eifel reicht es: Bundesweite Kampagne gegen Motorradlärm

Simmerath  

Der Eifel reicht es: Bundesweite Kampagne gegen Motorradlärm

06.06.2019, 12:20 Uhr | dpa

Der Eifel reicht es: Bundesweite Kampagne gegen Motorradlärm. Aktionsbündnis Nationalpark Eifel gegen Motorradlärm

Ein Motorrad fährt in der Eifel an einer Geschwindigkeitsanzeige vorbei. Foto: Martin Weisberger/Nationalpark Eifel /dpa/Archiv (Quelle: dpa)

Der Nationalpark-Region Eifel reicht es: Der Nationalpark schützt zwar die Natur, aber gegen den Motorradlärm von Heizern und Rasern sind die Kommunen machtlos - seit Jahren, wie viele andere Mittelgebirgsregionen in Deutschland auch. Abhilfe schaffen soll eine Kampagne gegen Motorradlärm. Dabei wollen andere leidgeprüfte Regionen mitmachen.

Die Kampagne "Silent Rider - Die Initiative gegen Motorradlärm" soll auch politisch Druck machen. "Uns geht es im Wesentlichen um rechtliche Rahmenbedingungen, die die zulässigen Lärmgrenzwerte heruntersetzen sowie das technische Manipulieren von Maschinen drastischer unter Strafe stellen", sagte der Simmerather Bürgermeister Karl-Heinz-Hermanns (CDU) als Bündnis-Sprecher am Donnerstag. Zu den Initiatoren gehören Kommunen am Rand des Nationalparks, Kreise, Polizeibehörden und der Nationalpark Eifel.

Ein erster Vorstoß aus der Eifel mit Forderungen an das Land Nordrhein-Westfalen und den Bund habe keinerlei Resonanz gehabt. "Wir haben gemerkt, allein schaffen wir das nicht", sagte Bürgermeister der Gemeinde Nettersheim, Wilfried Pracht (CDU). Darum wollen sich die Eifeler mit Kommunen vernetzen, die dem Problem bisher ebenso machtlos gegenüberstehen und so eine "größere Wucht erzeugen", wie es einer aus der Bürgermeister-Runde ausdrückte.

Wie hoch der Leidensdruck auch in anderen Regionen ist, zeigte sich für das Bündnis beim ersten Zusammentreffen von Interessenten vor ein einigem Tagen: 50 Vertreter aus ganz Deutschland waren dabei - unter anderem aus dem Sauerland, dem Bergischen Land, der Rhön, dem Odenwald, Südhessen und dem Südschwarzwald waren dabei - auch der Bundesverband der Motorradfahrer. Insgesamt bekundeten 20 Vertreter recht zügig ihre Absicht, mit dabei zu sein. Vor den Sommerferien sollen verbindliche Zusagen vorliegen. Im Frühjahr 2020 soll die Kampagne dann richtig starten.

Die Eifel-Region wird angetrieben vom Leidensdruck ihrer Bürger: Wenn die abends grillen wollten, müssten sie zwar mit ihrem Geräuschpegel Rücksicht auf ihre Nachbarn nehmen, beschrieb es einer der Bürgermeister. Aber der größere Krach eines Motorrads schalle an manchen Stellen schon aus einem Kilometer Entfernung durchs Tal. Je nach Lage könnten es manche Anwohner an schönen Wochenenden zuhause nicht mehr ertragen.

Angetrieben wird die Region aber auch durch Rückmeldung von Touristen, die in der Eifel ihre Ruhe suchen, wie Park-Sprecher Michael Lammertz sagte. Oder vom Gast eines Wohnmobil-Stellplatzes: "Wer auf beiden Ohren taub ist, kann es vielleicht aushalten", kommentierte der den Motorradlärm auf einer Internet-Seite.

Motorradfahrer seien in der Region willkommen, betonten die sieben Bürgermeister, aber nicht willkommen seien die Raser und Heizer. Gemessen an der Gesamtheit sei es ein kleinerer Anteil, sagte der Direktionsleiter Verkehr bei der Polizei Düren, Wolfgang Heimbach. "Das Problem ist ein relativ kleiner Kreis von Motorradfahrern" - meistens Männer, die testosterongesteuert unterwegs seien.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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