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Fachkräftemangel führt zu mehr Arbeit in der Belegschaft

Mainz  

Fachkräftemangel führt zu mehr Arbeit in der Belegschaft

11.06.2019, 03:18 Uhr | dpa

Die Unternehmen in Rheinland-Pfalz suchen händeringend nach qualifizierten Mitarbeitern - und das bedeutet vielfach mehr Arbeit für die bestehende Belegschaft. "Zwei Drittel der Unternehmen müssen die Arbeit auf weniger Köpfe verteilen", heißt es in dem am Dienstag in Mainz vorgestellten Fachkräftereport der Industrie- und Handelskammern (IHK) in Rheinland-Pfalz. Dies sei deutlich spürbar, sagte der Vorstandschef der Großbäckerei Hack AG in Kurtscheid (Kreis Neuwied), Peter Hack. "Mitarbeiter in Familienunternehmen sind bereit, länger zu arbeiten, bis zu einer gewissen Grenze."

Auf die Frage nach einem Wunsch antwortete Hack: "Zehn Bäcker mehr!" Für sein Unternehmen sei die Zuwanderung eine wichtige Rekrutierungsmöglichkeit. Allerdings vermittle Deutschland im Ausland kaum noch das Bild einer Willkommenskultur.

Aktuell sehen sich 57,7 Prozent der Unternehmen stark oder sehr stark vom Fachkräftemangel betroffen - in zehn Jahren erwarten dies 83,6 Prozent. Das seit Jahren bestehende Problem spitze sich jetzt zu, erklärte der Sprecher der IHK-Arbeitsgemeinschaft, Arne Rössel.

61 Prozent der Unternehmen beklagen vor allem einen Mangel an Fachkräften mit gewerblich-technischen Berufen. Bei gut 28 Prozent der Firmen fehlen Mitarbeiter, die in kaufmännischen Berufen ausgebildet wurden. Knapp 11 Prozent der Betriebe suchen Mitarbeiter in der Hotellerie und Gastronomie. An der Erhebung beteiligten sich 530 rheinland-pfälzische Unternehmen.

Der wachsende Innovationsdruck mache es erforderlich, dass junge Mitarbeiter neues Wissen ins Unternehmen einführten, erklärte Christina Günther von der privaten Hochschule für Wissenschaft & Management (WHU) in Vallendar. Bei den Ansprüchen der jungen Generation rangiere die berufliche Weiterbildung an erster Stelle, noch vor Gehalt und flexiblen Arbeitszeiten. Weiterbildung sei ein wesentliches Puzzle-Teil für den Lösungsansatz der Fachkräftesicherung, sagte der Hauptgeschäftsführer der IHK Trier, Jan Glockauer. Dazu gehörten auch die Einstellung von Fachkräften über 50, die Rekrutierung von Migranten und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Der DGB-Landesvorsitzende Dietmar Muscheid kritisierte, dass in den vergangenen Jahren in Rheinland-Pfalz jährlich Tausende junger Menschen beim Übergang von Schule ins Berufsleben "auf der Strecke" blieben. So gebe es mittlerweile fast 80 000 junge Menschen zwischen 20 und 30 Jahren ohne abgeschlossene Berufsausbildung. "Bei der großen Zahl an Fachkräften, die aktuell bereits fehlen, sind Unternehmen, die Arbeitsagentur und die Politik gefordert, den jungen Menschen eine Perspektive anzubieten."

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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