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Stromkonzerne streiten sich um Reststrom des AKW Krümmel

Geesthacht  

Stromkonzerne streiten sich um Reststrom des AKW Krümmel

12.06.2019, 12:02 Uhr | dpa

Stromkonzerne streiten sich um Reststrom des AKW Krümmel. AKW Krümmel

Eine Aussenansicht auf das AKW Krümmel. Foto: Christian Charisius/Archiv (Quelle: dpa)

Die Stromkonzerne PreussenElektra und Vattenfall streiten sich um die sogenannte Reststrommenge für das 2011 stillgelegte Kernkraftwerk Krümmel in Geesthacht bei Hamburg. Am Donnerstag (11.00 Uhr) beginnt hierzu in Hamburg ein Zivilprozess, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Beide Konzerne sind zu jeweils 50 Prozent an der Krümmel-Betreibergesellschaft beteiligt.

Eine Reststrommenge ist eine fiktive Größe: Hierbei geht es um die Menge Strom, die in Krümmel hätte weiter produziert werden können, wäre die Betriebserlaubnis nicht im August 2011 durch eine Atomgesetzänderung nach dem Reaktorunfall von Fukushima erloschen. Allerdings war das Atomkraftwerk (AKW) aufgrund von Pannen schon seit Sommer 2007 fast durchweg vom Netz.

PreussenElektra möchte Reststrommengen vom AKW Krümmel auf das Atomkraftwerk Grohnde bei Hameln (Niedersachsen) übertragen lassen, da die dortigen Reststrommenge nach Unternehmensangaben voraussichtlich im Oktober aufgebraucht ist. PreussenElektra beansprucht nach Gerichtsangaben 44 000 Gigawattstunden im Wert von rund 415 Millionen Euro.

Um den Weiterbetrieb von Grohnde sicherzustellen, habe PreussenElektra auch den Erlass einer einstweiligen Verfügung beantragt, ergänzte der Gerichtssprecher. Dadurch solle rund ein Viertel der beanspruchten Reststrommenge vorläufig nach Grohnde übertragen werden können. Vattenfall Europe Nuclear Energy GmbH möchte die Reststrommenge von Krümmel dagegen am Markt veräußern. Mit Entscheidungen wird am Donnerstag voraussichtlich nicht gerechnet.

Um die von PreussenElektra beanspruchte Strommenge zu produzieren, muss ein Kernkraftwerk früheren Angaben zufolge etwa vier Jahre laufen. Grohnde darf bis Ende seiner Laufzeit 2021 am Netz bleiben. Früheren PreussenElektra-Angaben zufolge geht es vor allem um die Frage, ob der 50-Prozent-Anteil an Krümmel auch einen kostenlosen Anspruch auf 50 Prozent der Reststrommenge bedeute. Für das Unternehmen ist die Klärung auch in Bezug auf das stillgelegte Kraftwerk Brunsbüttel (Kreis Dithmarschen/Schleswig-Holstein) wichtig. Auch an dieser Anlage sind beide Prozessparteien beteiligt: Vattenfall mit 66,7 Prozent, der Rest entfällt auf die PreussenElektra-Muttergesellschaft Eon.

Die Anti-Atom-Organisation ".ausgestrahlt" forderte unterdessen erneut, das AKW Grohnde umgehend abzuschalten. "Je älter der Reaktor wird, umso gefährlicher ist sein Betrieb", teilte die Organisation in Hamburg mit. Für die Stromversorgung werde das Kraftwerk nicht mehr benötigt. Es war 1985 in Betrieb gegangen.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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