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IWH: Handelskonflikte schwächen Wirtschaft

Halle (Saale)  

IWH: Handelskonflikte schwächen Wirtschaft

13.06.2019, 12:59 Uhr | dpa

IWH: Handelskonflikte schwächen Wirtschaft. Das Logo des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung

Das Logo des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung. Foto: Hendrik Schmidt/Archivbild (Quelle: dpa)

Die anhaltenden internationalen Handelskonflikte schlagen sich nach Einschätzung des Instituts für Wirtschaftsforschung in Halle (IWH) stark auf die deutsche Wirtschaft nieder. Vor diesem Hintergrund sagen die Forscher für das laufende Jahr ein Wirtschaftswachstum von nur noch 0,5 Prozent voraus, wie aus der am Donnerstag veröffentlichten Konjunkturprognose hervorgeht.

"Von der Schwäche des Welthandels ist die international stark vernetzte deutsche Industrie besonders betroffen", teilte IWH-Vizechef Oliver Holtemöller mit. Stützend wirke hingegen die gute Binnennachfrage, der private Konsum steige weiter an.

Mit einem prognostizierten Wirtschaftswachstum von 0,5 Prozent blieb das Institut bei seiner Einschätzung vom Frühjahr, ist im Vergleich zu anderen Forschungsinstituten aber auch besonders pessimistisch.

So senkte das Kieler Institut für Weltwirtschaft am Donnerstag seine Schätzung und rechnet jetzt mit 0,6 Prozent statt wie bisher 1,0 Prozent Wachstum. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung geht von 0,9 Prozent statt wie bisher von 1,0 Prozent Zuwachs aus. Im vorigen Jahr hatte das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland noch um 1,4 Prozent zugelegt.

Im Osten Deutschlands inklusive Berlin lag das Plus voriges Jahr bei 1,6 Prozent. Auch in diesem Jahr könnte die ostdeutsche Wirtschaft etwas stärker zulegen als im Bundestrend, wie die IWH-Forscher prognostizieren. Sie rechnen mit einem Zuwachs von 0,8 Prozent.

Wachstumstreiber ist den Experten zufolge allerdings wie schon im Vorjahr die Bundeshauptstadt. "Während das Berliner Bruttoinlandsprodukt um 3,1 Prozent zugenommen hat, betrug der Zuwachs in den ostdeutschen Flächenländern lediglich 1 Prozent", so die IWH-Forscher. Allerdings sorge auch die Einkommensentwicklung für zusätzlichen Schwung in der Ostwirtschaft. Wegen der sinkenden Arbeitslosigkeit und den stärker steigenden Renten sei das verfügbare Einkommen zuletzt etwas schneller gestiegen als in ganz Deutschland.

Um wirklich aufzuholen, muss der Osten aus Sicht des Dresdner Ökonomen Joachim Ragnitz allerdings auch mehr Zuwanderer von außerhalb der Europäischen Union anwerben. "In einzelnen ostdeutschen Regionen wird die Zahl der Erwerbsfähigen bis 2030 um rund ein Drittel zurückgehen", sagte der Vize-Chef des ifo-Institutes Dresden.

Rückkehrer aus dem Westen könnten die Lücke nicht schließen. Auch das Potenzial von Arbeitskräften aus anderen EU-Ländern sei beschränkt. Unbesetzte Stellen könnten sich negativ auf das Wirtschaftswachstum auswirken. Auch zahlreiche Vertreter von Industrie- und Handelskammern oder aus dem Handwerk verweisen immer wieder darauf, dass der Fachkräftemangel im Osten ein großes Konjunkturrisiko ist.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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