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Mehr als sechs Jahre Haft wegen Kindesmissbrauchs

Schwerin  

Mehr als sechs Jahre Haft wegen Kindesmissbrauchs

14.06.2019, 10:03 Uhr | dpa

Mehr als sechs Jahre Haft wegen Kindesmissbrauchs. Richterhammer

Ein Richterhammer aus Holz liegt auf der Richterbank. Foto: Uli Deck/Archivbild (Quelle: dpa)

Wegen schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes und Vergewaltigung hat das Landgericht Schwerin einen 64 Jahre alten Mann zu sechs Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt. Das Gericht sah es am Freitag als erwiesen an, dass der Schweriner seit 2013 einen Jungen aus seinem Bekanntenkreis in acht Fällen zu sexuellen Handlungen gezwungen hat. Unter anderem verging er sich bei nächtlichen Angelausflügen an dem Kind, das beim ersten Vorfall elf Jahre alt war. Der einschlägig vorbestrafte Angeklagte hatte kurz vor Ende des Prozesses die Taten eingeräumt und so eine weitaus höhere Strafe vermieden. Die Staatsanwaltschaft hatte sechseinhalb Jahre Haft beantragt, der Verteidiger sechs Jahre.

Der Angeklagte hatte den Jungen über eine befreundete Familie kennengelernt und ihn häufiger mit zum Angeln an einen See in der Nähe von Schwerin genommen. In einigen Fällen wurde dabei nachts am Ufer gezeltet. Diese Gelegenheit nutzte der Angeklagte, um sich an dem Kind zu vergehen. Es kam allerdings auch in der Wohnung des Angeklagten zu Übergriffen. 2017 hatte der 64-jährige mit dem inzwischen jugendlichen Opfer Sex gegen dessen Willen. Dies ahndete das Gericht als Vergewaltigung.

Das Gericht rechnete dem Angeklagten das Geständnis strafmildernd an. Der Junge leide wegen des Missbrauchs an psychischen Problemen. Eine Zeugenaussage, die ohne das Geständnis nötig gewesen wäre, hätte ihn schwer belastet. Strafverschärfend fiel die Vorstrafe ins Gewicht. Der Gelegenheitsarbeiter war 1998 bereits wegen eines ähnlichen Delikts zu vier Jahren und acht Monaten Gefängnis verurteilt worden.

Der Junge war bereits während der Ermittlungen gegen den früheren Leiter des inzwischen geschlossenen Schweriner Jugendclubs "Power for Kids" aufgefallen, der 2018 wegen vielfachen sexuellen Kindesmissbrauchs zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Der Jugendclub-Leiter soll in einem Fall versucht haben, sich an dem aktuell betroffenen Jungen zu vergehen. Durch die Ermittlungen im "Power for Kids"-Fall fasste der Junge wohl den Mut, um auch von den Übergriffen des 64-jährigen Angeklagten zu berichten.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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