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Hebammen-Studium an der Hochschule soll akademisch werden

Mainz  

Hebammen-Studium an der Hochschule soll akademisch werden

15.06.2019, 08:23 Uhr | dpa

Hebammen-Studium an der Hochschule soll akademisch werden. Hebamme bei der Arbeit

Eine Hebamme untersucht eine schwangere Frau. Foto: Fredrik von Erichsen/Archivbild (Quelle: dpa)

Aus dem Ausbildungsberuf Hebamme wird auch in Rheinland-Pfalz bald ein Hochschulstudium mit hohem Praxisanteil. Die Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft in Ludwigshafen will zum Wintersemester 2021/22 auf das sogenannte primärqualifizierende oder akademische Studium umstellen, wie der Sprecher des Wissenschaftsministeriums in Mainz, Markus Nöhl, der Deutschen Presse-Agentur sagte. Wie viele Plätze es geben werde sei noch nicht klar.

Die Katholische Hochschule in Mainz soll den Studiengang ebenfalls anbieten, müsse Details aber noch entscheiden. Für die neuen Studiengänge sei viel mehr Personal und eine ganze andere Ausstattung notwendig, sagte Monika Greening, Professorin für Hebammenwissenschaft an der Hochschule.

Beide Hochschulen bieten bereits einen dualen Studiengang Hebammenwesen, dieser wird aber von den Hochschulen und den Berufsschulen gemeinsam gestaltet, beide prüfen auch. So erklärt Nöhl den Unterschied zum geplanten Studium.

Die ersten drei Jahre verbringen die Studierenden an den beiden Hochschulen derzeit größtenteils an einer Fachschule als Auszubildende und einen kleinen Teil an der Hochschule, wie das Gesundheitsministerium erläuterte. Nach drei Jahren erhalten sie ihren Berufsabschluss als Hebamme. Nach weiteren 1,5 Jahren in Vollzeit als Student an der Hochschule erlangen sie zusätzlich einen Bachelorabschluss of Science Gesundheit & Pflege. Dieser sei aber nicht mit dem geplanten zu vergleichen.

Künftig soll die Hebammenausbildung vollständig akademisiert werden. Sie gliedert sich dann in einen hochschulischen und einen berufspraktischen Teil, wie Nöhl erläuterte. Dieser wiederum ist aufgeteilt in Praxiseinsätze - in Krankenhäusern und ambulant. "Die Hochschule trägt die Gesamtverantwortung für die Koordination der theoretischen und praktischen Lehrveranstaltungen", sagt Nöhl.

Im Wintersemester 2017/18 waren insgesamt 140 Studierende an beiden Hochschulen für Hebammenwesen eingeschrieben. In Ludwigshafen soll es darüber hinaus künftig auch einen Master-Studiengang "Innovative Versorgungspraxis in der Pflege und im Hebammenwesen" geben.

Eine Ausbildung zur Hebamme dauert derzeit drei Jahre und ist an drei Fachschulen möglich, in Mainz, Speyer und Koblenz, wie die Sprecherin des Gesundheitsministeriums, Sabine Schneider sagt. Diese Berufsschulen sind an Krankenhäuser angegliedert. Die Zahl der Ausbildungsplätze werde 2019/20 von derzeit 136 auf 185 erhöht.

"Der Beruf ist viel komplexer geworden", begründet Greening von der Mainzer Hochschule die Notwendigkeit für das Studium. "Hebammen haben heute mit älteren Müttern zu tun als früher, mit Frauen aus anderen Kulturen, Frauen mit Krankheiten oder Suchtproblemen". Der Hebammenberuf könne aus anderen Wissenschaften viel lernen: Von den Gesundheits- und Sozialwissenschaften bis zu betriebswirtschaftlichen und pädagogischen Kenntnissen. "Eine Ausbildung reicht da nicht mehr." Und: "Um den Beruf attraktiver zu machen, brauchen wir bessere Arbeitsbedingungen und mehr Lohn."

Die Vorsitzende des Hebammen-Landesverbands Rheinland-Pfalz, Ingrid Mollnar, wünscht sich eine zügige Umsetzung des neuen Hebammenstudiums. Eine EU-Richtlinie fordere ohnehin, die Hebammenausbildung bis 18. Januar an die Hochschulen zu bringen. Deutschland gehöre damit im EU-Vergleich zu den Schlusslichtern. Wenn eine deutsche Kollegin im Ausland arbeiten wolle, könne es sein, dass ihre Abschlüsse nicht anerkannt würden.

Spahns Gesetz soll Anfang 2020 in Kraft treten. Vorgesehen ist ein sechs bis acht Semester langes Studium. Es soll mit einer staatlichen Prüfung abschließen, mit der dann die Berufsbezeichnung "Hebamme" geführt werden kann.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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