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Wie Thüringer Obst- und Gemüsebauern Schädlinge bekämpfen

Erfurt  

Wie Thüringer Obst- und Gemüsebauern Schädlinge bekämpfen

15.06.2019, 08:52 Uhr | dpa

Wie Thüringer Obst- und Gemüsebauern Schädlinge bekämpfen. Traktor mit Pflanzenspritze

Ein Traktor zieht bei der Behandlung von Rapsblüten eine Pflanzenspritze durch ein Rapsfeld. Foto: Jens Büttner/Archivbild (Quelle: dpa)

Kindelbrück/Erfurt/Drei Gleichen (dpa/th)- Kartoffelkäfer, Fruchtfliegen und Blattläuse beschäftigen zwar auch in diesem Jahr die Thüringer Obst- und Gemüsebauern. Aber: Nicht die Schädlinge, sondern eher die Trockenheit im Frühjahr bereitet ihnen Kopfschmerzen, wie eine Umfrage der dpa ergab. "Diese unerwünschten Insekten und Käfer sind immer ein Thema, aber kein Problem", sagte Geschäftsführer Joachim Lissner vom Landesverband Gartenbau Thüringen.

Ein Ausmaß wie die Borkenkäfer in Thüringens Wäldern haben die Schädlinge auf Gemüsefeldern und Obstplantagen demnach bisher nicht erreicht. Wie in jedem Jahr gehe es vor allem um Milben, Mehltau und Blattläuse. "Große Probleme haben wir damit nicht", sagte der Kindelbrücker Obstbauer Axel Swoboda. Der Befall an Süßkirschen, Spargel, Apfel und Erdbeeren sei wie in den Vorjahren.

Dennoch bekämpfen die Bauern Käfer und andere Tierchen. "Der Verbraucher will Kirschen ohne Maden und Kohl ohne Raupen", sagte Lissner vom Gartenbauverband. Umstritten ist allerdings die Umsetzung: Einige setzen auf chemische Mittel. Vor allem Pilze und tierische Schädlinge müsse man im Auge behalten und mit Insektiziden eindämmen, sagte etwa Swoboda.

Naturgemäß kritisch sieht der Naturschutzbund (Nabu) den Einsatz von chemischen Mitteln zur Schädlingsbekämpfung: "Insektizide und Pestizide sorgen für zusätzliches Insektensterben", sagte Corinna Höhl vom Nabu Thüringen in Jena. Die Projektmanagerin für Vogel- und Froschweiden sieht die Monokultur auf den Feldern als Hauptursache für Schädlingsbefall. Die Insekten, die beispielsweise Blattläuse verschwinden lassen könnten, benötigten auch Lebensraum: Es fehle jedoch an Blühstreifen und Insektenhotels.

"Zur chemischen Schädlingskeule gibt es Alternativen", sagte Christian Blankenburg vom Biohof Marold in Mittelsömmern im Unstrut-Hainich-Kreis. Mit Rapsöl werden dort die Kartoffelkäfer bekämpft. Wichtig sei ein Einsatz zum richtigen Zeitpunkt, wenn die Larven schlüpfen. Werden die Insekten dann mit Pflanzenöl bespritzt, sterben sie größtenteils ab und die Blätter werden verschont.

"Durch eine veränderte Fruchtfolge und gezielte Bodenbearbeitung können Schädlinge eingedämmt werden", erklärte Christiane Thiele vom Verein Thüringer Ökoherz in Weimar. Derzeit gibt es laut Thiele in Thüringen 387 ökologische Obst- und Gemüseerzeuger, die auf sechs Prozent der gesamten Thüringer Agrarfläche tätig sind.

"Mit den unerwünschten Insekten ist es jedes Jahr anders", sagte Alexandra Seidenstücker von der Gemüsewerkstatt "Grünschnabel" in "Drei Gleichen" im Kreis Gotha. Sie betreibt Prophylaxe gegen Käfer auch mit speziellen Methoden: Für den Kohl gibt es nach der Pflanzung Netze, durch die kein Schädling dringen soll. Außerdem würden Marienkäfer eingekauft und dann auf die Blattläuse losgelassen.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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